Susanne Kraißer

Zweite Rauhnacht

Bronzefigur

Der Titel „Zweite Rauhnacht“ verweist auf die Tage nach Weihnachten, die dunkle, wilde Zeit. Traditionell eine Zeit der Geister, der wilden Jagd. Rauh und Nacht bergen Kälte, Einsamkeit, Gefahr in sich. Etwas, vor dem wir uns schützen möchten.

Ich spiele mit der widersprüchlichen Wirkung des blauen Tuches: zum einen erinnert es an einen "Schutzmantel" ähnlich mittelalterlicher Mariendarstellungen, ein Zeichen für Ruhe und Beständigkeit, für Weite und Freiheit, für den Himmel. Eine melancholische, immerwährende Sehnsucht nach dem Meer, nach dem Ursprung. Zum anderen ist dieser Schutz offensichtlich unzureichend, eher betont er die Blöße des Mädchens, ihre selbstverständliche Fragilität.

FACTSHEET:

Dimensions : 88 cm x 30 cm x 17 cm (Height, Width, Depth)
Weight : 25 kg
Year : 2016
Material : Bronze, Metal
Technique : Casting, Bronze casting, Molding
Style : modern, figurative, contemporary, edition, filigree, monumental, poetic, architectural, classic, realistic

also interesting:

Sehnsucht
Bronzefigur "Sehnsucht" Sehnsucht - abgeleitet vom mittelhochdeutschen „sensuht“ wird Sehnsucht als Krankheit des schmerzlichen Verlangens nach Personen, Orten, Sachen, Zuständen oder Zeitspannen bezeichnet, verbunden mit dem Gefühl, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können. Laut Platon bezieht sich Sehnsucht auf etwas „anderswo Seiendes und Abwesendes“. In Kunst und Kultur ist die Sehnsucht nach der Ferne, nach der Flucht aus der Alltäglichkeit, nach dem Unerreichbaren ein Hauptmotiv. Sehnsuchtsbilder findet man beispielsweise bei den romantischen Landschaften Friedrichs oder bei den im Biedermeier beliebten Darstellungen der bürgerlichen Idylle, die sich bis heute etwa als kollektive Sehnsucht in den allgegenwärtigen Bildern der Werbung erhalten haben. Auf Werbeplakaten für Bausparverträge dient der Garten als Paradiesersatz, in Tradition arkadischer Landschaftsmalerei. Diese Sehnsucht nach der grünen Natur ist eine Sehnsucht nach Vollkommenheit und Ruhe. In dieses fortwährende Tradieren reiht sich meine Figur mit dem hell-olivgrünen Kissen, dessen Arbeitstitel „Sehnsucht nach Sofa“ war. Die Farbe des Kissens erinnert an antike Samtsofas und an gedeckte Grüntöne der Natur. Ich habe mich mit persönlichen und kollektiven Sehnsüchten beschäftigt, die Antreiber jeglichen Tuns sind. Gerade in jungen Menschen steckt oft eine brennende, verzehrende, ungestillte, unbestimmte Sehnsucht nach Freiheit, Selbstbestimmung, Selbstoptimierung bzw. Konzentration auf das Wesentliche. Gleichzeitig ist den meisten die Unerreichbarkeit der persönlichen Utopie und die Unfertigkeit des eigenen Geistes bewußt. In dieser Unvollkommenheit wohnt der Wunsch nach Überwindung und Perfektion. Neben der Welt der Realität, in der wir leben, gibt es die Welt der Möglichkeiten. Sehnsucht ist die Brücke von der Realität in die Welt der Möglichkeiten. In meiner Bronze „Sehnsucht“ wird genau dieses nicht Greifbare unter der reellen Oberfläche sichtbar gemacht.
Susanne Kraißer, Bronze, Metal
Ebbe
lebensgroße Bronzefigur Junge Frau im Bikini mit Seestern in der linken Hand
Susanne Kraißer, Bronze, Metal
Sommerkälte
lebensgroße Bronze Frau mit Kleid
Susanne Kraißer, Bronze, Metal
Mein Kissen II
wundervoll sinnliche Figur auf einem Bronze-Kissen
Susanne Kraißer, Bronze, Metal
Kleiner Milan
Die lebensgroße, weibliche Figur der Bildhauerin Susanne Kraißer trägt den Titel Kleiner Milan. Er verweist auf den ideellen Gehalt des Bildwerkes, der im Zusammenhang mit der Deutung des Milans durch die Schweizer Autorin Reguala Meyer steht. In Meyers Tiersymbolik bezeichnet der Milan die Vorstellung der „Ausdehnung“, verstanden im Sinne einer emotionalen und geistigen Expansion der Gebundenheit des Subjekts seitens der Gesellschaft sowie selbstauferlegter Zwänge. Mittels des Lastens des Körpers visualisiert Susanne Kraißer die Bindungen und Zwänge des Subjekts, während der nach innen gerichtete Blick sowie die auf der Brust liegende Hand die Reflexion dieser veranschaulichen. Die Feder in der Hand der jungen Frau verweist auf die Möglichkeit der Expansion: der schwebende Flug des Milans, frei und ungebunden, liegt in der eigenen Hand. Die Figur spielt „mit den Größenverhältnissen“: „ein Mensch“, so Susanne Kraißer, „könnte nicht mit einer Feder fliegen. Aber allein eine Feder bewirkt eine aufrechte Haltung, ein sich bewusst machen.“ Text: Dr. Annette Brunner, Galerie Koch Hannover. 2018
Susanne Kraißer, Bronze, Metal
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