Ilka Raupach

snövit drömmer (träumen)

Gefrierhaus ICEHOTEL Jukkasjärvi

Dicht nebeneinander gestapelt, türmen sich die Eisblöcke im Gefrierhaus in die Höhe. Je nach Lichteinfall leuchten sie von hell transparent bis tief türkis. Es sind Riesenblöcke, etwa 2,2 m x 0,8 m x 0,9 m und sie sind kristallklar. Manchmal finden sich eingefrorene Algen im Eis und sogar wieder zugefrorene Löcher vom Eisangeln … konservierte Spuren und Geschichten, angehaltene Zeit. Das Eis lebt, wartet darauf, ein Jahr später wieder weiterfließen zu können im Torne, schlummert, träumt und ist so schön, so rein. Dabei ist es einfach nur Wasser, nur Wasser. Es ist unglaublich an diesem Ort, dieser riesige Schlafstation und ich bin immer wieder fasziniert. Ich wünsche mir, in die Zwischenräume klettern zu können, mehr von dem Lichtspiel zu sehen. Wer weiß, welche Geschichten hier noch geborgen liegen. Ich will das Eis mit all meinen Poren spüren, einen Moment lang Teil von ihm sein.
Ich grabe in einen liegenden Eisblock, höhle ihn innen nach meinem Körpermaß aus. Dann entkleide ich mich, steige hinein, lege mich in das Eis, verharre still, träume … ein Moment der Auszeit, zeitlos. Aber ich bin lebendig, erwache wieder, steige hinaus und ziehe mich an. Das Eis schmolz unter dem warmen Druck meines Körpers, meine Haare verklebten mit dem Eiswasser. Zurück bleibt ein zarter Abdruck, erinnert an das Geschehen.
Später bringen wir das Gefäß hinaus auf den Fluss. Der Schnee wird es füllen oder vielleicht tut es mir jemand gleich.

Factsheet

Dimensions
80cm, 100cm, 220cm (Height, Width, Depth)
Year
2004
Material
Ice
Style
Installation, Performance, Interactive, Land Art, Abstract
Theme
Nature, Body
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