Gerhard Marcks Stiftung
Clémence van Lunen: Kribbelige Unruhe
GroĂformatig, farbenfroh und spielerisch â die Arbeiten der Bildhauerin ClĂ©mence van Lunen verbreiten beim Betrachten eine âkribbelige Unruheâ. Ihre Skulpturen beeindrucken durch ihre MonumentalitĂ€t, eine âgekneteteâ, lebendige OberflĂ€che und eine gewisse humorvolle RĂ€tselhaftigkeit. Aus Keramik formt sie groĂe Werke von scheinbar simplen Dingen wie Vögeln, Blumen, Landschaften oder faltenreichen VorhĂ€ngen. Und obwohl sie raumgreifende Volumen jenseits von GefĂ€Ăformen schafft, behalten sie den spielerischen Charakter einer Skizze. Dabei lenkt van Lunen nicht ohne Ironie immer wieder den Blick auf den immensen Aufwand und freudigen âKampfâ, den sie betreibt, um ihre Skulpturen, meist in Serien, zu konstruieren.
In den 1980er-Jahren arbeitete die KuÌnstlerin hauptsĂ€chlich in Holz und Stein. Zu Beginn der 2000er-Jahre wandte sie sich durch Reisen nach China der Keramik zu und gehört heute zu einer Handvoll Bildhauer*innen, die im Grenzbereich zwischen Keramik und Skulptur arbeiten. Es ist van Lunens erste PrĂ€sentation in Deutschland. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Keramis â Centre de la CĂ©ramique in La LouviĂšre (Belgien). Die Zusammenarbeit zwischen Keramikmuseum und Bildhauermuseum markiert die besondere Position der KuÌnstlerin. Gezeigt werden ca. 60 Werke. Zur Ausstellung ist ein dreisprachiger Katalog erschienen.
ClĂ©mence van Lunen wurde 1959 geboren und wuchs in BruÌssel und Paris auf, wo sie auch studierte. Derzeit lebt und arbeitet sie in Paris. Van Lunen war von 2008 bis 2012 Direktorin der Ateliers Beaux-Arts de Paris. Derzeit unterrichtet sie Bildhauerei an der Ăcole Nationale SupĂ©rieure d âArt et de Design in Nancy. Zu ihren eigenen Lehrern zĂ€hlen Michel Smolders, dann Jean Cardot und Ătienne-Martin (Ăcole Nationale SupĂ©rieure des Beaux-Arts de Paris), bei denen sie von 1979 bis 1984 Bildhauerei studierte.