Caroline Hufnagel

Equus Cordis

„Equus Cordis“ verbindet die Kraft eines sich aufbäumenden Pferdes mit einem offenliegenden anatomischen Herzen. Eine ehemalige Filmrequisite erhält durch meine künstlerische Bearbeitung ein neues Leben. Patina, goldene Akzente und das leuchtend rote Herz erzählen von Verletzlichkeit, innerer Stärke und Veränderung.

„Equus Cordis“ hatte bereits ein Leben, bevor es zu dieser Skulptur wurde. Das Pferd stammt ursprünglich aus einer Filmproduktion. Ich wollte die vorhandene Figur bewahren und ihr eine neue Bedeutung geben. Ihre aufgerichtete Haltung voller Kraft und Bewegung wurde zum Ausgangspunkt meiner Arbeit.

Im geöffneten Körper liegt ein rotes anatomisches Herz frei. Es zieht den Blick unmittelbar auf sich und zeigt etwas, das normalerweise verborgen bleibt. Für mich steht dieses Herz für die Seele, für Gefühle und für die Erfahrungen, die ein Lebewesen prägen. Gerade bei einem Tier, dessen äußere Erscheinung so viel Stärke vermittelt, interessiert mich dieser Blick ins verletzliche Innere.

Pferde gehören zu meinem täglichen Leben. Ich erlebe ihre Kraft, aber auch ihre Sensibilität und wie viel Vertrauen im Umgang mit ihnen nötig ist. Diese Verbindung ist in „Equus Cordis“ eingeflossen. Das Pferd bäumt sich auf, während sein Herz ungeschützt sichtbar bleibt. Beides gehört für mich zusammen: stark zu sein und trotzdem empfindsam zu bleiben.

Die Oberfläche habe ich mit Strukturpaste, Patina- und Goldpigmenten gestaltet. Türkisgrüne und erdige Farbtöne lassen die Figur gealtert und verwittert erscheinen. Dazu steht das kräftige Rot des Herzens in deutlichem Kontrast. Es wirkt lebendig inmitten einer Hülle, die bereits die Spuren der Zeit trägt.

Gold nimmt auch in diesem Werk einen besonderen Platz ein. Es betont die Ränder der geöffneten Stelle und lenkt den Blick auf den Übergang zwischen Außen und Innen. Für mich liegt darin der Gedanke, dass auch dort etwas Wertvolles entstehen kann, wo etwas aufgebrochen ist. Eine Verletzung bleibt Teil der Geschichte, kann aber eine neue Bedeutung bekommen.

Die Verwandlung der ehemaligen Filmrequisite gehört deshalb ebenso zum Werk wie das sichtbare Herz. Ein Gegenstand mit einer eigenen Vergangenheit wird weiterbearbeitet und erhält eine neue Aufgabe. „Equus Cordis“ erzählt für mich davon, etwas nicht aufzugeben, sondern darin eine weitere Möglichkeit zu sehen.

Entstehungsjahr: 2026
MaĂźe: 90 Ă— 66 Ă— 31 cm (H Ă— B Ă— T)
Technik und Materialien: KĂĽnstlerisch bearbeitete Filmrequisite, Epoxidharz, Strukturpaste, Farbgestaltung sowie Patina- und Goldpigmente.

Factsheet

Dimensions
90cm, 66cm, 31cm (Height, Width, Depth)
Material
Rust, Paint, 3D-Printing, Resin, Mixed Media
Style
Constructive, Figurative
Theme
Conceptual, Body, Nature
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