Austria
Caroline Hufnagel
Ich schaffe Skulpturen zwischen Anatomie, Natur und Fantasie. In jeder meiner Arbeiten steht das anatomische Herz als Sinnbild für die Seele und ihre Entwicklung. Es erzählt von Verletzlichkeit, Erinnerung, Wandlung und innerer Stärke. Ich verbinde digitale Modellierung und mehrteiligen 3D-Druck mit intensiver Handarbeit. Durch vielschichtige Patina, organische Strukturen und gezielte Lichtakzente mache ich innere Welten sichtbar.
Ich bin Caroline Hufnagel und lebe und arbeite in Niederösterreich. In meinen Skulpturen verbinde ich anatomische Formen mit Tiergestalten, Naturelementen und fantastischen Bildwelten. Mich beschäftigt, wie Erfahrungen uns verändern, wie Verletzlichkeit und Stärke zusammenwirken und wie aus Vergangenem etwas Neues entstehen kann.
Das anatomische Herz ist das verbindende Element meiner Arbeit und kommt in jedem meiner Werke vor. Für mich ist es ein Sinnbild für die Seele und ihre Entwicklung. Es steht für das, was uns im Innersten ausmacht: unsere Erinnerungen, unsere Empfindsamkeit und die Fähigkeit, uns immer wieder zu wandeln. Mal tritt es offen hervor, mal liegt es geschützt im Inneren einer Figur. Seine Beziehung zur umgebenden Gestalt erzählt von Schutz, Verwundbarkeit, Wachstum und Erneuerung.
Pferde, geflügelte Wesen und organisch wachsende Strukturen geben diesen Gedanken eine körperliche Form. Wurzeln, kristalline Elemente oder aufgebrochene Oberflächen lassen Grenzen zwischen Körper und Landschaft verschwimmen. Dabei interessiert mich besonders die Spannung zwischen einer kraftvollen äußeren Erscheinung und einem empfindsamen Inneren.
Meine Arbeitsweise verbindet digitale Gestaltung mit intensiver Handarbeit. Ich entwerfe Formen digital, fertige sie in vielen Einzelteilen im 3D-Druck und füge sie anschließend von Hand zusammen. Mit Strukturpaste modelliere ich die Oberflächen weiter und arbeite sie mit Pigmenten, Acrylfarben, Effektfarben und Lasuren aus. Je nach Werk kommen weitere Materialien wie Holz, Stoff oder Epoxidharz hinzu. Auch bestehende Objekte werden zum Ausgangspunkt neuer Skulpturen, deren ursprüngliche Geschichte in der veränderten Gestalt weiterlebt.
Die Oberfläche ist für mich ein wesentlicher Teil der Erzählung. Rost- und Kupferpatina, goldene Akzente und vielschichtige Farbaufträge erzeugen Spuren von Alterung, Wandel und Wachstum. Manche Arbeiten erinnern an geborgene Fundstücke, andere entfalten durch leuchtende Farben oder UV-aktive Details eine überraschende zweite Erscheinung. Digitale Präzision und die sichtbaren Spuren meiner Hände prägen gemeinsam den Charakter jedes Werkes.
Neben meinen Skulpturen arbeite ich mit Airbrush und Acrylmalerei auf Alu-Dibond. Die Auseinandersetzung mit Farbe, Struktur und Tiefenwirkung verbindet meine malerische und meine plastische Arbeit.
Mit meinen Werken möchte ich Raum für persönliche Begegnungen schaffen. Sie sollen dazu einladen, näher hinzusehen, eigene Verbindungen zu entdecken und über das nachzudenken, was uns trägt und verändert. Das Herz bleibt dabei mein Ausgangspunkt: als Bild für eine Seele, die Erfahrungen bewahrt, sich entwickelt und neue Formen des Lebens findet.