IvĂĄn Argote, Activissime! (Prague), 2025, Courtesy of Rudolfinum Gallery and Studio IvĂĄn Argote

Spreepark Art Space
Berlin
Germany

IvĂĄn Argote: A PLACE TO STAY

Vom 5. Juli bis 1. November prĂ€sentiert der Spreepark Art Space im EierhĂ€uschen A PLACE TO STAY von IvĂĄn Argote. Die Ausstellung fordert uns auf, den öffentlichen Stadtraum kritisch zu hinterfragen und eröffnet einen Ausblick auf Argotes Werk BRIDGES SPREEPARK, das der Künstler für den künftigen Spreepark entwickelt.

Mit seinen Skulpturen, Installationen, Filmen und Interventionen untersucht Ivån Argote, die Beziehungen zwischen Menschen, Machtstrukturen und Glaubenssystemen und hinterfragt vorherrschende historische ErzÀhlungen. Die Ausstellung A Place to Stay zeichnet Argotes lange Auseinandersetzung mit der symbolischen und politischen Nutzung des öffentlichen Raums nach und stellt sein Projekt Activissime erstmalig umfassend vor.

Seit über 15 Jahren führt Argote Protest-Workshops mit Kindern in unterschiedlichen LĂ€ndern durch, um kritisches Denken zu fördern und Kindern eine Stimme zu geben. A Place to Stay prĂ€sentiert erstmals eine Retrospektive des Projekts in Form einer Installation, die zugleich mit drei eigenstĂ€ndigen Videoarbeiten die Ursprünge des Projekts erzĂ€hlt, die in den aktivistischen Erfahrungen seiner Eltern in Kolumbien in den 1970er-Jahren wurzeln.

In der filmischen Arbeit Reddishblue Memories wirft Argote zahlreiche Fragen zur Beziehung zwischen Farben und Politik auf. In La plaza del Chafleo (Chaflierplatz) benennt das fiktive Verb „chafle“ verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für den öffentlichen Raum und thematisiert auf spielerische Weise postkoloniale globale Strukturen sowie urbane EnttĂ€uschungen.

Die Videoarbeit Activissime speist sich aus Dokumentationen von den nun mehr als 30 Workshops, die Argote seit 2011 mit Kindern durchführt. Auch in einem für Berlin entwickelten Activissime-Workshop werden die Kinder auf eine ungezwungene und humorvolle Weise angehalten, ihre Meinungen und Fragen frei zu Ă€ußern und daraus individuelle Slogans für ihren eigenen Protest zu entwickeln. Mit diesen ortsspezifischen Szenen wird der Film neben Thessaloniki, Pamplona, Rom, BogotĂĄ oder Paris um die Station Berlin erweitert.

Den Ausstellungsraum konzipiert Argote für A Place to Stay als einen einladenden und offenen Ort, an dem die Wünsche und Sorgen der Kinder Gehör finden und der dazu anregt, den öffentlichen Raum bewusst wahr- und für sich aktiv einzunehmen. „A Place to Stay“ ist damit durchaus doppeldeutig zu verstehen.

ErgĂ€nzend ermöglichen Skulpturen vor dem EierhĂ€uschen eine spielerische Erkundung im Außenraum. Sie verweisen zugleich auf Argotes permanentes Werk Bridges Spreepark, ein Brücken-Ensemble im künftigen Spreepark. Die Brücken werden bei Argote zu Symbolen für AnnĂ€herung und Verbindung, für Kommunikation und Kontemplation und kommentieren politische und soziale VerhĂ€ltnisse.

Bridges Spreepark ist eines von fünf Kunstwerken für den Spreepark, die 2020 aus einem kuratorischen Werkstattverfahren hervorgegangen sind und von international renommierten Künstler*innen ortsspezifisch im Spreepark umgesetzt werden.

Kuratiert von Katja Aßmann mit Nina Sperling und Julia Badaljan

IVÁN ARGOTE, 1983 in BogotĂĄ (Kolumbien) geboren, lebt und arbeitet in Paris. Er arbeitet in den Bereichen Skulptur, öffentliche Installation, Film, Malerei und Performance. Seine Arbeiten hinterfragen vorherrschende Narrative und setzen sich mit der Dynamik des öffentlichen Raums und des kollektiven GedĂ€chtnisses auseinander. EinzelprĂ€sentationen hatte Argote u. a. im Rudolfinum, Prag (2025), in der Berlinischen Galerie, Berlin (2024), im SCAD Museum of Art, Savannah (2024), im Centre Pompidou, Paris (2022), im MALBA, Buenos Aires (2018/2019) und im Palais de Tokyo, Paris (2013). Im öffentlichen Raum realisierte er Arbeiten u. a. auf der High Line, New York (2026), im MASP, Museu de Arte de SĂŁo Paulo (2025), und bei Desert X, Coachella Valley (2019). Seine Arbeiten waren außerdem Teil der 60. Biennale von Venedig (2024), der Biennale de Lyon (2024), der Bienal de Cuenca (2023) sowie weiterer internationaler Ausstellungen.

DER SPREEPARK ART SPACE Der Spreepark wurde 1969 als “Kulturpark PlĂ€nterwald” eröffnet und war der einzige stĂ€ndige Vergnügungspark in der DDR. Der Spreepark Art Space zeigt heute in Erwartung des neuen öffentlichen Parks zeitgenössische Kunst, die sich mit Landschaft, Natur und Architektur auseinandersetzt. Zwischen PlĂ€nterwald und Spree kommen Akteur*innen aus verschiedenen Bereichen zusammen, um sich mit dem öffentlichen Raum zu beschĂ€ftigen und die Rolle der Kunst darin zu erkunden und mitzugestalten.

DAS EIERHÄUSCHEN Einst ein beliebtes Ausflugslokal bietet das Haus heute dem Spreepark Art Space einen festen Anlaufpunkt und vereint einen kostenfreien Ausstellungsbereich und ResidenzrĂ€ume für Künstler*innen mit einem gastronomischen Angebot.

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