Rainer Kurka
Mein Weg zur figürlichen Bildhauerei begann im Alter von 15 Jahren in einem Kurs für Sandsteinbildhauerei. Dabei drängte es mich von Anfang an zur Darstellung des menschlichen Körpers. Die Vorstellung, „tote“ Materie in etwas scheinbar Lebendiges zu verwandeln faszinierte mich. Ich erkannte jedoch bald, dass es mir nicht genügt, den Menschen in seiner äußerlichen Gestalt abzubilden. Ich wollte Figuren erschaffen, die dem Betrachter als beseelte Individuen gegenüberstehen.
Heute arbeite ich mit Vorliebe in Ton, einem Material, das Wärme ausstrahlt und sehr gut geeignet ist, organische Formen zu modellieren. In der Technik des Hohlaufbaus enststehen zumeist lebensgroße, fein detailliert gestaltete Figuren aus Terrakotta und Bronze von intensiver Ausstrahlung. Es ist mir wichtig, dass jede meiner Figuren ihren eigenen Charakter hat, so wie jeder Mensch ein Unikat ist.
Jede neue Arbeit ist für mich die Herausforderung, einer Persönlichkeit Gestalt zu verleihen, die den Betrachter in den Bann zieht. Meine Figuren entstehen ohne Modell, nur aus meiner Vorstellung heraus, gleichsam aus dem Nichts. Dieser schöpferische Akt der Verwandlung hat für mich etwas Magisches.