Monika Majer, Something of Lightness (swimming stroke of a three-legged turtle) (2023), Franconian Jura, surface sanded velvety matt, 25 x 21 x 9 cm, Uluwatu Beach, Bali. ┬ę Monika Majer
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Lektionen ├╝ber Gewicht und Leichtigkeit, oder: Was man von einer Residency auf Bali alles mitnimmt

Monika Majer ist ausgebildete Steinmetzin und seit ├╝ber 20 Jahren als freischaffende K├╝nstlerin bei Kirchheim unter Teck t├Ątig. Ihre Leidenschaft: Stein in all seinen Facetten. 2023 war ein spannendes Jahr f├╝r Monika, die seit 2017 Mitglied bei Sculpture Network ist: ein internationaler Kunstpreis, eine Artist Residency auf Bali und Skulpturen, die ihrem Schaffen eine neue Richtung geben. Wir haben mit Monika ├╝ber diese vielen Ver├Ąnderungen gesprochen.

Monika, du hast k├╝rzlich mit deiner Skulptur ohne Weiteres (abheben) beim ArtGemini Prize 2022 den zweiten Platz belegt. Dazu erst einmal herzlichen Gl├╝ckwunsch! Der Preis wurde 2022 in Singapur verliehen, also nicht gerade um die Ecke. Wie kam es dazu, dass du deine Skulptur dort eingereicht hast?

 

Ich habe auf Social Media die Ausschreibung f├╝r den Kunstpreis bemerkt und gesehen, dass damit eine Artist Residency auf Bali verbunden ist. Das hat mich sehr verlockt, weil es mein Wunsch ist, mehr in der Welt unterwegs zu sein. Stein ist ja ├╝berall, und mich interessiert: Welchen Stein gibt es an anderen Orten, wie gehen die Menschen damit um, welche Bedeutung hat er dort? Dass die Ausstellung der Finalist*innen in Singapur stattfindet, habe ich nicht realisiert, als ich mich beworben habe. Anfang Januar kam dann die Mitteilung: Sie sind f├╝r die Ausstellung ausgew├Ąhlt, bitte schicken Sie die eingereichte Arbeit nach Singapur ... Und dann dachte ich: Hoppla, nach Singapur?

Award-winning sculpture at the ArtGemini Prize in Singapore: Monika Majer, Without Further Ado (take off). (2022), Kelheim Limestone, surface sanded velvety matt, 25 x 25 x 22 cm. ┬ę Monika Majer
Award-winning sculpture at the ArtGemini Prize in Singapore: Monika Majer, Without Further Ado (take off). (2022), Kelheim Limestone, surface sanded velvety matt, 25 x 25 x 22 cm. ┬ę Monika Majer

Bei einer Steinskulptur kein einfaches Unterfangen. Du hast also tats├Ąchlich dein Werk um den halben Erdball geschickt?┬á

 

Ja, tats├Ąchlich. Ich musste mich mit ganz neuen Fragen besch├Ąftigen: Wie verschickst du eine Skulptur nach Asien, worauf musst du achten, wer macht dir das? Es war sehr herausfordernd, vom Aufwand her und auch finanziell. Zum Gl├╝ck habe ich ein gutes Netzwerk, aus dem erste Tipps von Kolleg*innen kamen, au├čerdem hat meine Tochter beruflich auch mit Versandthemen zu tun. Zudem gibt es in Berlin tats├Ąchlich ein Beratungsb├╝ro f├╝r K├╝nstler*innen, die im Ausland ausstellen oder Artist Residencies machen, Touring Artists. Mit denen habe ich Kontakt aufgenommen, auch bez├╝glich der ganzen rechtlichen Geschichten und sp├Ąter noch mal, als ich nach Bali gegangen bin. Das fand ich sehr unterst├╝tzend. Es hat dann auch alles gut funktioniert, und am Ende habe ich mich sehr gefreut, dass die Skulptur tats├Ąchlich ausgew├Ąhlt wurde. Es war toll, mit dem Preis sozusagen belohnt zu werden f├╝r den ganzen Aufwand.


Warst du selbst in Singapur bei der Preisverleihung dabei?

 

Leider nicht, aber wenn ich gewusst h├Ątte, wie teuer die Fracht ist, h├Ątte ich mir einen Flug gebucht und die Skulptur im Handgep├Ąck mitgenommen. F├╝rs n├Ąchste Mal wei├č ich das.

 


Sculpture of the god Ganesha as a guardian in the entrance hall of a traditional house complex of the Keliki painter Maestro Keliki Kawan I Made Sutama near Ubud, Bali. Photo: Monika Majer
Sculpture of the god Ganesha as a guardian in the entrance hall of a traditional house complex of the Keliki painter Maestro Keliki Kawan I Made Sutama near Ubud, Bali. Photo: Monika Majer


Zum Gl├╝ck durftest du etwas sp├Ąter ja trotzdem deine Koffer packen. F├╝r die erste und zweite Preistr├Ągerin gab es zus├Ątzlich einen Arbeitsaufenthalt auf Bali im Oktober. Wie hast du diese Zeit erlebt?

 

Sehr intensiv. Ich war noch nie in einem anderen Kulturraum, also einem nicht westlichen Kulturraum. Bali ist so ein Land, da existieren unglaubliche Gegens├Ątze nebeneinander. Au├čerdem klingt es ganz anders als hier und riecht auch ganz anders. Die ganze Energie, wie die Menschen sich dort bewegen und miteinander in Verbindung sind, ist anders als hier. Ich fand es wirklich intensiv, mit dieser komplett anderen Energie, dieser ganzen Kultur umzugehen.┬á

 

Was war denn die Grundidee oder vielleicht die Zielsetzung des Arbeitsaufenthalts? 

 

Diese Artist Residency war sozusagen eine Premiere. Erm├Âglicht hat sie einer der Juroren des ArtGemini Prize, Benny Oentoro. Sein Anliegen war, den ersten beiden Preistr├Ągerinnen zu erm├Âglichen, in eine andere Kultur hineinzuschauen und auf Bali k├╝nstlerisch t├Ątig zu sein. Die theoretische Idee war anfangs, dass wir vier Tage auf Bali unterwegs sind und Kontakte mit regionalen Kunstschaffenden kn├╝pfen, um ein bisschen Einblick in die Kultur zu bekommen. Dann sollten wir neun Tage Zeit haben, um an einem k├╝nstlerischen Werk zu arbeiten, und am Ende sollte es eine Ausstellung geben. So war der Plan. An Tag eins sagte Benny dann aber: ÔÇ×Ich glaube, mein Plan geht nicht auf. Das ist zu knapp. Wir k├Ânnten das so machen, aber es h├Ątte keine Substanz. Ich glaube, wir brauchen mehr Zeit zum Gucken, um Begegnungen zu arrangieren, damit ihr euch ├╝berhaupt hier einfindet. Macht, worauf ihr Lust habt, und dann machen wir n├Ąchstes Jahr eine ÔÇÜproper exhibitionÔÇś.ÔÇť Also haben wir diesen Aufenthalt vom gedanklichen Ansatz her ver├Ąndert: das Programm ein bisschen entzerrt, noch andere Begegnungen mit dazu arrangiert und so weiter.

Conversations during the working process, Monika Majer and I Ketut Putrayasa. Photo: Benny Oentoro
Conversations during the working process, Monika Majer and I Ketut Putrayasa. Photo: Benny Oentoro

Wie genau hat sich die Arbeit vor Ort f├╝r dich gestaltet?

 

Es war ein bisschen lustig: Zu Anfang meinte Benny, er h├Ątte ein sch├Ânes Hotel gefunden, wo er uns, also die erste Preistr├Ągerin, die koreanische Malerin Jione Choi, und mich, unterbringt. Da k├Ânnten wir unsere Arbeiten anfertigen. Da habe ich gesagt: ÔÇ×Du, wenn ich da mit Stein anfange, dann ist es das letzte Mal, dass du da was gebucht hast.ÔÇť Daraufhin hat er einen tollen Kontakt zu einem balinesischen Bildhauer hergestellt, der ein gro├čes Studio hat und auch international arbeitet: I Ketut Putrayasa. Er war ein riesengro├čer Unterst├╝tzer. Zum einen dadurch, dass er sich sehr viel Zeit genommen hat und mir viele Einblicke gegeben hat in die balinesische Kultur und Kunst und einfach ein sehr, sehr wissender Mensch ist. Zum anderen hat er mir einen Arbeitsplatz zur Verf├╝gung gestellt und Stein und Werkzeug. Der Druck von ÔÇ×Wir m├╝ssen auf eine Ausstellung hinarbeitenÔÇť war weg, stattdessen konnte ich ausprobieren, forschen, mal gucken: Wie l├Ąuft es hier ├╝berhaupt? Wie f├╝hlt es sich an, hier zu arbeiten?

 

Dabei standest du sicher der ein oder anderen Herausforderung gegen├╝ber. Ich erinnere mich an einen Instagram-Post mit einer wegschwimmenden Skulptur ÔÇŽ┬á

 

Ich hatte einige Skulpturen von hier mitgenommen, eigentlich f├╝r die Begegnung von Kalkstein von hier mit Lavastein von dort. Nachdem ich auf Bali dann aber nicht mit Lavastein gearbeitet habe, hatte ich die Idee, wenigstens die Skulpturen vor Ort zu fotografieren. Ich wollte gucken: Was gibt es f├╝r eine Resonanz zwischen dem deutschen Kalkstein und dem, was es dort gibt, dem Fels? Also haben Benny und ich einen Ausflug an den Strand geplant. Wir waren beide v├Âllig fasziniert davon, wie die Skulpturen dort wirkten. Der Sand dort war genau von der Farbe wie der Kalkstein auch. Und dann kommst du mit dieser Kalksteinskulptur, und der Kalkstein ist ja im Meer entstanden, und bringst sie zum Meer. Vor lauter Begeisterung dar├╝ber haben wir nicht aufgepasst. Auf einmal kam eine gr├Â├čere Welle und, schwupp, nimmt sie diese Skulptur mit! Sie hat tats├Ąchlich ein Bein dabei verloren. F├╝r mich ist so was nicht schlimm. Ich frage mich dann: Was mache ich jetzt damit, was f├╝r eine tiefere Bedeutung k├Ânnte das bekommen? An der Nordseite von Bali, wo die schwarzen Str├Ąnde sind, habe ich dann sp├Ąter ganz feinen schwarzen Sand gesammelt und Ketut gefragt, ob er damit von dem abgebrochenen St├╝ck einen Guss machen und das aus dem dunklen Sand gegossene verlorene St├╝ck wieder anf├╝gen kann. Das wird er jetzt tun.

Caption: Monika Majer, Something of Lightness (swimming stroke of a three-legged turtle) (2023), Franconian Jura, surface sanded velvety matt, 25 x 21 x 9 cm, beach near the small fishing village of Banyualit near Lovina, Bali. ┬ę Monika Majer
Caption: Monika Majer, Something of Lightness (swimming stroke of a three-legged turtle) (2023), Franconian Jura, surface sanded velvety matt, 25 x 21 x 9 cm, beach near the small fishing village ofÔÇŽ

Das zeigt ja sehr sch├Ân, wie wichtig das Thema Material f├╝r dich als Bildhauerin ist. Zu Hause bei Kirchheim unter Teck arbeitest du eher mit heimischen Materialien wie Kalkstein. Wie hat sich diese Arbeit mit neuen Gesteinsarten auf Bali f├╝r dich angef├╝hlt?

 

Hier arbeite ich mit dem Kalkstein, der ganz regional verf├╝gbar ist, und auf Bali wollte ich auch mit dem Stein arbeiten, der dort ganz regional ist. Meine Grundidee war eigentlich, beides zu koppeln. Ich habe Skulpturen aus fr├Ąnkischem Jura mit nach Bali genommen und wollte diese eigentlich kombinieren mit Arbeiten aus dem dortigen Lavastein. Diese verschiedenen Entstehungsgeschichten von dem Kalkstein, der durch Ablagerungen im Meer entsteht, und dem Lavastein, der aus dieser feurigen Energie, aus der Erde kommt, faszinieren mich. Der Lavastein kommt sozusagen von innen heraus, und der Kalkstein bildet sich von au├čen drauf. Das war eigentlich das, was mich interessiert h├Ątte in der Theorie. In der Praxis hat es aber dann nicht funktioniert, mich dem so zuzuwenden. Ich glaube, um mich mit dem Stein an sich zu besch├Ąftigen, h├Ątte ich noch viel mehr Zeit gebraucht. In den zwei Wochen habe ich es erst mal nur geschafft, irgendwie klarzukommen. Es ist hei├č, 80┬áProzent Luftfeuchtigkeit. Ich verstehe kein Wort von der Sprache. Alles ist anders. Ich muss erst mal gucken: Wie arbeiten die Steinmetz*innen, was haben die f├╝r Werkzeuge, wie machen die das technisch? Ketut hatte mir einen balinesischen Lavastein besorgt, dann noch einen h├Ąrteren Kalkstein und einen ganz weichen Kalkstein von der Nachbarinsel Java. Am Ende habe ich beschlossen: Ich arbeite jetzt einfach mit dem weichsten und am einfachsten zu bearbeitenden.

 

Wie unterscheiden sich denn die Arbeitsweisen und Techniken in der Steinbearbeitung auf Bali von denen, die du kennst?

 

Hier in Deutschland habe ich meinen Kompressor und mein Pressluftwerkzeug. Dort arbeiten die Leute von Hand, aber die Werkzeuge sind doch sehr ├Ąhnlich. Ich habe ja vor ├╝ber 30 Jahren eine Steinmetzausbildung gemacht, ganz klassisch damals: ohne Pressluft, im Steinbruch, alles von Hand. Auf Bali habe ich sehr ├Ąhnliches Werkzeug vorgefunden wie das, mit dem wir hier auch arbeiten. Ich habe dort vor allem mit einem Beil gearbeitet. Ein sehr ├Ąhnliches Beil gibt es auch hier in der traditionellen Steinbearbeitung. Die Technik ist aber eine andere. Das Beil, das man hier benutzt, ist vor allem zur Oberfl├Ąchenbearbeitung und wird mit beiden H├Ąnden gehalten. Auf Bali ist es eher f├╝r Grobarbeiten gedacht und wird mit einer Hand benutzt. Ich habe dann eine Kombi aus beiden Techniken gemacht, also es erst f├╝r die Grobarbeit genommen und dann ganz fein zur Oberfl├Ąchenbearbeitung, was die Balines*innen so gar nicht machen. Ich habe es also teils zweckentfremdet, aber auch so genommen, wie sie es machen.

 

 


Caption: Patuk (Balinese stone axe) and the early stages of a sculpture made of Paras Jogja (limestone from Java). ┬ę Monika Majer]
Caption: Patuk (Balinese stone axe) and the early stages of a sculpture made of Paras Jogja (limestone from Java). ┬ę Monika Majer]

Wie spannend, dass sich die Grundz├╝ge in der Steinbearbeitung so stark ├Ąhneln.

 

Ja, das hat mich wirklich fasziniert: Ich lerne da so ein traditionelles Handwerk, und das ist am anderen Ende der Welt genauso ein traditionelles Handwerk, obwohl wir unterschiedliche Kulturen sind. Es hat mich zur├╝ckerinnert an die Wurzeln meiner eigenen Beziehung zum Stein und den Grund, warum ich mal angefangen habe, damit zu arbeiten. Man muss sich nur das Ulmer M├╝nster anschauen ÔÇô ganz ├Ąhnliche Arten von Bauteilen findest du auch am anderen Ende der Welt. Da ist es dann eben ein Tempel. Aber auch der ist aus Stein gemei├čelt. Auch da sind Ornamente, auch da sind fig├╝rliche Darstellungen und Heiligendarstellungen oder eben G├Âtter und D├Ąmonen. Dieser Impuls, etwas zu gestalten und eine Verbindung zu suchen zu etwas Gr├Â├čerem, M├Ąchtigerem als dem kleinen Menschsein, das ist so was Grundlegendes. Du kannst dich aufhalten, wo du willst, und du findest ├ähnliches, was uns als Menschen ausmacht.

 

Inwiefern ist deine Bali-Skulptur anders als das, was du sonst machst?

 

Die Skulpturen, die ich von hier nach Bali mitgenommen habe, hatten das Thema: etwas mit Leichtigkeit. Es mussten kleinere Arbeiten sein, die leicht sind, wegen des Themas Fracht und Gewicht. Und da ich es eine Herausforderung finde, um die halbe Welt zu fahren und in eine andere Kultur zu gehen und vertrauensvoll zu sein, war auch innere Leichtigkeit Thema. Die Skulptur, die auf Bali entstanden ist, ist ganz anders. Sie hat diese klaren Linien ÔÇô das ist etwas, das mir sehr eigen ist ÔÇô, aber nicht das Liegende. Die meisten meiner Skulpturen sind eher in der Horizontalen ausbalanciert, und das ist schon eher eine vertikale Form. Sie hat auch etwas Fig├╝rliches, fast wie eine B├╝ste.

 


Caption: Monika Majer, Something with lightness (trying to be a wisdom throat) (2023), Paras Jogja, in the studio of I Ketut Putrayasa, Bali. ┬ę Monika Majer
Caption: Monika Majer, Something with lightness (trying to be a wisdom throat) (2023), Paras Jogja, in the studio of I Ketut Putrayasa, Bali. ┬ę Monika Majer

Und viel mehr Struktur als deine anderen Skulpturen. Dort sind die Oberfl├Ąchen ja meist glatt.

 

Genau, diese starke Struktur entsteht mit dem Beil. Hier kann man sch├Ân sehen, dass die Struktur angefangen hat, die Form zu unterst├╝tzen. Das kenne ich auch aus fr├╝heren Arbeiten. Dahin bin ich ein bisschen zur├╝ckgekommen, auch durch das Werkzeug. Daneben hatte ich aber auch viele Gespr├Ąche mit Ketut. Wir haben uns zum Thema Oberfl├Ąche ausgetauscht, da ging es darum: Wie erzielt man eine Ausgewogenheit? Wenn alles mit Struktur ist, dann ist es zu viel, dann wei├č man gar nicht mehr, wohin gucken. Wie kann das also gehen, dass ein Teil, wie ich es sonst auch mache, ├╝berschliffen ist und ganz fein und ein anderer Teil bearbeitet bleibt? Es war ein Versuch, einzelne Akzente zu setzen.┬á

 

Wenn du jetzt ein Res├╝mee aus diesem Arbeitsaufenthalt ziehst: Was nimmst du mit in deinen Arbeitsalltag hier?

 

Ich w├╝rde gern diese Arbeitsweise ein bisschen weiter fortf├╝hren. Au├čerdem nehme ich die Unterweisungen von Ketut mit, also Teachings zu bestimmten Themen, die die Kunst betreffen, die Symbolik betreffen, die Geometrie betreffen und so weiter. Ich habe das zwar auch mal gelernt in meiner Ausbildung und im Studium der Gestaltung und habe auch eine Zeit lang sehr bewusst nach diesen Grunds├Ątzen gearbeitet, das aber irgendwann mal beiseitegetan und mache es inzwischen intuitiv. Jetzt will ich mir selbst bestimmte Entscheidungen wieder bewusster machen, die ich schon intuitiv treffe, auch in Bezug auf Form. Genau gucken: Wohin verweist mich das? Oder wohin verkn├╝pft mich das auch bez├╝glich der Symbolik, die zugrunde liegt? Ich glaube schon, dass wir alle aus so einer Art kollektivem Wissen sch├Âpfen. Wenn etwas ├╝ber Jahrtausende hinweg immer wieder auftaucht, als Form oder als Symbol, dann, glaube ich, muss es ja irgendwo verankert sein.

 

Vielen Dank, Monika, dass du diese spannenden Einblicke mit uns geteilt hast. Eine kleine Abschlussfrage h├Ątte ich noch: Was ist es, was Sculpture Network dir pers├Ânlich als K├╝nstlerin gibt?


Als K├╝nstlerin gibt es mir vor allem diese Kontakte zu anderen Skulpturschaffenden. Ich finde es besonders, dass es eben ein Sculpture Network ist. Es ist etwas anderes, sich mit einer Malerin zu unterhalten als mit einer Bildhauerin, das ist einfach eine Dimension dazu ÔÇô dreidimensional eben.┬á



Weitere Informationen zur Künstlerin: Website Monika Majer

├ťber den Autor/ die Autorin

Sophie Fendel

Sophie hat ihre Leidenschaft f├╝r Dreidimensionale Kunst im Sculpture Network B├╝ro in M├╝nchen neu entdeckt. Gerade hat sie ihre Promotion abgeschlossen und arbeitet nun als freie Autorin und Lektorin. Kleine gedankliche Ausfl├╝ge in Form von Essays ├╝ber die Skulptur f├╝r unser Online Magazin sind f├╝r sie eine willkommene Abwechslung.

├ťbersetzung

Sybille Hayek

Sybille Hayek ist Lektorin und ├ťbersetzerin. Seit 2022 unterst├╝tzt sie unser Team ehrenamtlich mit ihrem geschulten Blick f├╝rs Detail und einer gro├čen Liebe zur Sprache.

Galerie

Monika Majer, Something of Lightness (swimming stroke of a three-legged turtle) (2023), Franconian Jura, surface sanded velvety matt, 25 x 21 x 9 cm, Uluwatu Beach, Bali. ┬ę Monika Majer
Monika Majer, Something of Lightness (swimming stroke of a three-legged turtle) (2023), Franconian Jura, surface sanded velvety matt, 25 x 21 x 9 cm, Uluwatu Beach, Bali. ┬ę Monika Majer
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