PERSONAL STRUCTURES und die Frage nach Identität: Giardini (Teil 2)

Auch dieses Jahr lässt sich die Kunstausstellung Personal Structures wieder in den Giardini della Marinaressa inmitten Venedigs nieder.

Auch dieses Jahr findet die Ausstellung Personal Structures im Rahmen der Kunstbiennale in Venedig statt. Schwerpunkt der Ausstellung ist das Thema "Identity". Wie schon bei den vorherigen Malen, findet die Ausstellung neben dem Palazzo Mora und dem Palazzo Bembo, auch in den Giardini statt. Der Giardini Marinaressa befindet sich entlang der Empire Riva, der monumentalen Uferpromenade der Stadt Venedig und verfügt über einen atemberaubenden Blick über die Laguna. Er wurde in den dreißiger Jahren des XX. Jahrhunderts erbaut und sollte ursprünglich zu einem Ort der Feste werden. Dieses Jahr sind drei sculpture network-Mitglieder dort an der Personal Structures Ausstellung beteiligt. Für uns geben Sie einen exklusiven Einblick in die Hintergründe der Ausstellung. 

 

Anton Kerscher (DEU) 

Anton Kerscher, Hey You; Metall; 350×120×100 cm; 2018/19; Giardini della Marinaressa, Venedig; © Anton Kerscher.

„In hundert Jahren ist alles vorbei! – Wie? – In hundert Jahren wird es kein menschliches Leben mehr auf Erden geben. – Warum denn das?“ Die Metallskulptur Hey You von Anton Kerscher zeigt mit extra großem Finger auf jede einzelne BesucherIn. Denn die Schuld an der globalen Erderwärmung, die die Erde kontinuierlich verändert und für die Menschheit bald unbewohnbar machen wird, tragen alle von uns. Dabei steht die Figur, die sich selbst schon Stück für Stück aufzulösen scheint, auf einer deformierten Halbkugel, die unter der Last des Fußes immer weiter zerschellt – unsere Erde. Selbstkritische Fragen kommen auf:  Wie stark konsumiere ich die natürlichen Ressourcen? Und was kann ich tun, um das Erdklima zu schützen?

 

Franziska & Mercedes Welte (AUT) 

Mercedes & Franziska Welte, Composition of Joy; Metall, Karbon, Harze, Pigmente; 2019;Giardini della Marinaressa, Venedig;© NONOS.
 

Franziska und Mercedes Welte gelten mittlerweile als Spezialistinnen für figurale, weibliche Skulpturen. Ihre sogenannten NONOS stehen für Sinnes- sowie Lebensfreude und verweisen damit auf den kosmologischen Kreislauf des Werdens, Seins und Vergehens. Als Sinnbilder für Meer, Luft und Himmel treten sie als Ikonen auf. In ihrer ästhetischen Formensprache vollkommen selbstbewusst vermitteln sie aber auch zarte Poesie, Freiheit und Unabhängigkeit. Aber es ist auch die große Freiheit in der Rezeption und dieses oszillierende Raumgefühl -  gepaart mit dem glatten, raffiniert in Erscheinung tretenden Kolorit der Oberflächengestaltung - die diese Arbeiten für die BetrachterIn so spannend macht und zu einer aktiven Kunstwahrnehmung auffordert. Die neuen Arbeiten für Venedig beeindrucken zudem durch ihr monumentales Erscheinungsbild. Sie spiegeln eine entmaterialisierte Schwerelosigkeit wider, eine Art Spiritualisierung, die vom irdischen in den kosmischen Bereich überleitet. 
 


Maritta Winter (CHE) 

Maritta Winter, Douceur; Aluminium lackiert; 218 cm Höhe; 2014; Giardini della Marinaressa, Venedig;
Foto: Alessandra Valle.
 

Anregungen für ihre Arbeit bekommt sie durch ein intuitives Gespür für Wachstum, Architektur und Bewegung. Besonders spontane Tanz- und Kontaktimprovisationen inspirieren sie. Was fühlt man, wenn man eine Konstruktion, eine Natur oder eine eigene Bewegung erlebt, eben zum Beispiel im Tanz? Hier beginnt für sie die Schöpfung. Die Erinnerung an diese Eindrücke fließt in ihre Skulpturen mit ein. „Es fühlt sich an, als ob die Formen mich finden.“ Eben diese Kombination von Bewegung und architektonischen Formen in ihren Skulpturen ist es, die dazu geführt hat, dass viele von ihnen auf öffentlichen Plätzen und in Gebäuden ihr Zuhause gefunden haben. Im subtilen Dialog mit Musik, Körper und Raum gestaltet sie virtuelle Räume und Formen. „Die 20-jährige Interaktion mit dem gebauten Raum war auch für mich sehr prägend. In der Wirkung auf die Bewohner erkenne ich Parallelen zur Wirkung einer Skulptur auf ihren Betrachter. Welche Form, welche Farbe, welche Oberflächengüte? Alles strahlt und hat somit Wirkung.“

 

Lust auf einen Besuch bekommen? Dann schließen Sie sich uns doch einfach an! 
Unsere nächste Kunstreise vom 22. bis 25. August 2019 führt uns nach Venedig. Die sculpture network Experience bietet dabei ganz individuell konzipierte Führungen. Kommen Sie mit und machen Sie den Besuch in Venedig zu einem absoluten Höhepunkt ihres internationalen Kunstjahres 2019! Bis zum 30. Juni können Sie noch von unserem exklusiven Frühbucherrabatt profitieren. Anmeldeschluss ist der 1. August 2019.

 

Hier geht's zur Anmledung

 

PERSONAL STRUCTURES – Identities
European Cultural Centre Italien
Palazzo Bembo, Palazzo Mora und Giardini Marinaressa
Venedig (ITA)
11. Mai – 24. November 2019

 

Autorin: Claudia Thiel

Claudia Thiel ist Kunsthistorikerin und stellt ihre Fragen an das Fachgebiet gerne im journalistischen Stil.

 

 

 

Titelbild: Mercedes & Franziska Welte, Sophia - the Poesy of Beauty; Metall, Karbon, Harze, Pigmente; 2019;Giardini della Marinaressa, Venedig; © NONOS.



 
 
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