Dialogue in Barcelona: Führung zu den Skulpturen der Via Júlia

Am 26. Oktober 2019 fand der letzte sculpture network Dialogue statt: eine Führung zu den Skulpturen entlang und nahe der Via Júlia in Barcelona.

Unter der Leitung von Dr. Josep Roy, Bildhauer, Professor am Institut für Bildhauerei der Universität Barcelona, Forscher und Autor zahlreicher Artikel über zeitgenössisch öffentliche Bildhauerei im städtischen Raum, besuchten wir diese besondere Straße. Durch ein beispielhaftes Sanierungsprojekt im Jahr 1986 wurde die Via Júlia zu einer der am besten erschlossenen Straßen im Stadtviertel Nou Barris. Zahlreiche sehenswerte Skulpturen werten das Areal zusätzlich auf.

"Torre Favència" by Antoni Roselló, Photo: Josep Pagà
"Torre Favència" by Antoni Roselló, Photo: Josep Pagà

 

Auf unserem Weg konnten wir uns mit folgenden Werken auseinandersetzen:

  • Torre Favència von Antoni Roselló; 
  • Als nous catalans von Sergi Aguilar; 
  • das Denkmal A Josep Anselm Clavé i a l'Agrupació Sardanista l'Ideal d'en Clavé;
  • Escullera von Jaume Plensa
  • Font mutant von Enric Pladevall
  •  A Brossa von Perejaume  and 
  • La República von Josep Viladomat

 

Dr. Josep Roy erläuterte uns in der Führung anschaulich und beispielhaft die wichtigsten Funktionen von Skulptur im öffentlichen Raum: Gedenken, Schmücken, Experimentieren, Integrieren und Symbolschaffen. Diesen Funktionen haben wir uns in einer analytischen Betrachtung der Werke angenähert:

Via Júlia, Photo: Josep Pagà
Via Júlia, Foto: Josep Pagà
 

Torre Favència von Antoni Roselló
Diese Skulptur, typologisch in der Gruppe der symbolschaffenden Kunstwerke zu verorten, schafft eine Querverbindung zwischen Skulptur, Architektur, Design und Ingenieurwesen. Sie nimmt in Ihrer Form Bezug auf die Straßenführung und verkörpert den Ort damit symbolisch. (1986; Corten, Beton, Glas).

Als nous catalans (An die neuen Katalanen) by Sergi Aguilar
Laut Inschrift stellt die großformatige, geometrisch abstrakte Skulptur „Als nous catalans“ Andenken und Hommage an die Einwanderer dar, die das Stadtviertel gründeten. "ALS NOUS CATALANS / FES QUE SEGUUUIN SEGUUIN SEGUUIN SEGUAR ELS PONTS DEL DIÀLEG I MIRA DE COMPRENDRE I COMPRENDAR I ESTIMAR LES VEUS I LES PARLAS DIVERSAS DELS DELS TEUS FILLS. SALVADOR ESPRIU / BARCELONA, APRIL 1986". (An die neuen Katalanen/ Dass sie den Dialog suchen und versuchen die Stimmen und verschiedenen Sprachen ihrer Kinder zu verstehen, anzunehmen und zu schätzen. 1986; Stahl).

 

A Josep Anselm Clavé i a l'Agrupació Sardanista l'Ideal d'en Clavé (An Josep Anselm Clavé und das Ideal der Clavé Sardanes Tanzgruppe)
Dieses Bronzemedaillon wurde 1994 an einem Granitblock angebracht und als Denkmal an den jetzigen Standort installiert. Das Medaillon ist dem katalanischen Dichter, Politiker, Musiker und Komponisten  Josep Anselm Clavé zum 150. Jahrestag  gewidmet und zeigt wie Skulptur die Funktion des Gedenkens übernehmen kann. (1994; Bronze auf Granitblock).

“Escullera” von Jaume Plensa,
Foto: Josep Pagà

Escullera von Jaume Plensa
Bei dieser Installation handelt es sich um ein Set von drei experimentellen Skulpturen. In ihrer organisch-abstrakten Formgebung erreichen diese Werke eine besondere Kompaktheit und ein spezifisches visuelles Gewicht. Durch ihre Morphologie integrieren sie sich in die Umgebung und machen den Ort damit erlebbar. (1988; Gusseisen).

 

Font mutant von Enric Pladevall
Die Skulptur musste aufgrund städtebaulicher Maßnahmen vom eigentlich geeigneten ursprünglichen Standort umgesiedelt und modifiziert werden. Durch ihre Fähigkeit, sich an jedem Ort zu entfalten und zu integrieren,  schafft die Skulptur einen wichtigen Mehrwert für den öffentlichen Raum. (1986; Bronze und Zinn).

“Font mutant” by Enric Pladevall, Photo: Imma Pueyo
“Font mutant” von Enric Pladevall, Foto: Imma Pueyo


A Brossa von Perejaume
Dieses Kunstwerk wurde zu Ehren von Joan Brossa, ein früher Vertreter der visuellen Poesie geschaffen. Die groß dimensionierte Tafel nimmt eine Hauswand an der Plaza de la Prosperitat fast komplett ein und dehnt sich auch auf den Gehsteig davor aus. Das Werk ist eindeutig als visuelles Gedicht zu identifizieren und passt sich perfekt in die Umgebung ein. (2009; Kunststein, weiße Harzzeichnung, laminierte Stahlinnenstruktur).

“La República” de Josep Viladomat, Photo: Imma Pueyo
“La República” de Josep Viladomat,
Foto: Imma Pueyo

La República von Josep Viladomat und "Homenatge a Pi i Margall" von Joan Pie
Dieses Kunstwerk, entworfen von Albert Viaplana und Helio Piñón, wurde eigens geschaffen um die Bronzestatue "La República" und das Steinmedaillon zu Ehren von Pi i Margall zusammenzuführen. Das Ensemble hat eine signalisierende und symbolisierende Funktion. Einzel betrachtet, kann der Verbindendes Element ist der zu diesem Zweck geschaffene Obelisk, der den Ort auszeichnet  und definiert (1990, Teile von 1934; Bronzeskulptur und Medaillon aus weißem Marmor auf Stahlkonstruktion).

 

 

 

Autoren: Dr. Josep Roy, Neus Bergua, Imma Pueyo

Titelbild: "A Brossa" de Perejaume, Foto: Imma Pueyo



 
 
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