Giuseppe Penone: A Tree in the Wood (Ein Baum im Wald)

Foto: Giuseppe Penone, Albero Folgorato (2012) private collection-courtesy the artist and Yorkshire Sculpture Park. Photo ©- Jonty Wilde

Diesen Sommer präsentiert der Yorkshire Sculpture Park (YSP) eine breit angelegte neue Ausstellung von Giuseppe Penone, die Werke aus 5 Jahrzehnten (von den späten 1960er Jahren bis in die Gegenwart) von Penones Schaffen zeigt. Die Ausstellung folgt dem Künstler in seiner poetischen und sich konstant weiterentwickelnden Untersuchung des Verhältnisses zwischen menschlichem Körper, Skulptur und der beiden umgebenden Welt.

Giuseppe Penone, Matrice (2015) private collection-courtesy
the artist and Yorkshire Sculpture Park. Photo ©- Jonty Wilde

Wie der Titel der Ausstellung nahelegt, befassen sich viele der ausgestellten Werke in den lichtdurchfluteten Räumen der Underground Gallery und in der darum gelegenen historischen Landschaft mit den entscheidenden Bestandteilen von Penones Schaffen. Er sagt, dass Bäume kein Thema seiner Arbeit seien, sondern viel Mehr wären und das innere Wesen seiner Arbeit darstellten. Diese Vorstellung findet sich in verschiedenen Formen und auf verschiedenen Ebenen in der Ausstellung. Beispielhaft lässt sich die bemerkenswerte Figur Matrice (2015) nennen, die im Herzen der teuren Galerie steht und mit ihren 30 Metern fast deren gesamte Länge einnimmt. Der halbierte Stamm einer Tanne erzeugt ein neues und verändertes Verständnis von Schwerkraft, da die Äste, die sich einst gen Himmel streckten, den Baum nun am Boden halten. Der Körper des Baumes ist ausgehöhlt und sorgefältig zurechtgeschnitten worden, so dass er einem seiner Jahresringe folgt. Dadurch wird ein bestimmter Moment im Leben des Baumes festgehalten und Penones Interesse an Vergänglichkeit, dem Fluss der Zeit und Lebenszyklen betont.

Im Freien stehen neun Bronzefiguren im Dialog mit der Natur; die höchste der Statuen hat beeindruckende 16 Meter und trägt den Namen L’ombra del bronzo (2002). Albero folgorato (2012) überblickt die Parkanlage und ist eine wunderschöne Bronzefigur, die einem vom Blitz getroffenen Baum nachempfunden wurde und deren sichtbares Inneres mit goldenen Blättern ausgekleidet ist, die das Sonnenlicht einfangen. Weitere Skulpturen nutzen Bäume und untersuchen Konzepte wie Schwerkraft, Gewicht und Spannung. Sie korrespondieren mit einer Reihe von ähnlichen Bäumen der Gegend und der Landschaft Yorkshires im Allgemeinen.

Giuseppe Penone, L'ombra del bronzo (2002)
private collection-courtesy the artist and
Yorkshire Sculpture Park. Photo ©- Jonty Wilde

Weitere Ausstellungsstücke zeigen Penones intuitives Verständnis und seinen geschickten Umgang mit Materialien wie Lehm, Graphit und Marmor. Darüber hinaus können die Besucher die bemerkenswerte Bandbreite der handwerklichen Fähigkeiten des Künstlers mit eigenen Augen sehen. Die Fähigkeiten reichen von der zarten Tintenzeichnung Propagazione (2018) über das Triptychon Occhi chiusi (2009), das aus einer Marmorplatte besteht, die von zwei mit Akaziendornen bedeckten Leinwänden eingerahmt wird, die ein Bild der geschlossenen Augen des Künstlers darstellen, bis hin zu den berühmten frühen Alpi maritime (1968) Photographien.

Im letzten Raum der Underground Gallery helfen Filme, Bücher und Recherche-Materialien den Besuchern aller Altersstufen Penones Werk zu erkunden und die Welt mit den Augen des Künstlers zu sehen. Ein Bildband mit Farbphotographien der Ausstellung, die vor Ort entstanden sind und die von Aufsätzen von Martin Gayford und der YSP-Programmleiterin Clare Lilley begleitet werden, dokumentiert dieses groß angelegte Projekt und gibt Einblicke in Penones einzigartige Art die Welt wahrzunehmen.



 
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