Eine wundervolle Symbiose von Kunst und Natur: Der Skulpturengarten von Hannah Peschar in Südengland

Dichte Laubbäume und alter Baumbestand unterstreichen und umrahmen die wechselnde Sammlung. Als einer der ersten seiner Art in UK zeigt der Skulpturengarten in jeder Sommersaison über 200 Werke von mehr als 40 KünstlerInnen.

Hannah und ihr Mann, der preisgekrönte Landschaftsarchitekt Anthony Paul,  entdeckten diesen Ort in der Gegend von Surrey in den 1970er Jahren; sie erkannten sein Potential sofort. Der Garten war ursprünglich in den 1920er Jahren angelegt worden, wurde danach jedoch dem Verfall preisgegeben: mit umgestürzten Bäumen, hüfthohen Brennnesseln und einem Bach, der jeden Winter über seine Ufer trat. Anthony und Hannah stellten sich der enormen Herausforderung, den Garten und den Bach zu bändigen. Sie bauten ein Wehr und legten große Teiche an, umgeben von altem Baumbestand und dichten Laubbäumen.

Nimrod Messeg, Zonda

Das Wasser schafft nun Bewegung, Struktur und Licht durch schnell fließende Bäche und einen Wasserfall neben ruhigen Wasserflächen, in denen sich Bäume und andere Pflanzen spiegeln. Anthonys Geburtsort in Neuseeland inspirierte ihn dazu, wundervolle architektonisch anmutende Pflanzen wie das Mammutblatt (Gunnera manicata) und den Riesen-Bärenklau anzupflanzen. Im Gegensatz zu traditionellen englischen Gärten wachsen hier keine Blütenpflanzen (abgesehen von dem üppigen Teppich aus Wildblumen im Frühjahr); es gibt auch keine Begrenzungen oder Beete, nichts ist künstlich angelegt.

Ende 2015 trat Hannah zurück, um einem neuen KuratorInnen-Team zu ermöglichen, dem Skulpturengarten seinen persönlichen Touch zu verleihen. Anthony Paul und Kuratorin Vikki Leedham stellten die Ausstellungen des folgenden Jahres zusammen und hauchten dem Garten damit neues Leben ein.
Das Spektrum der von den KuratorInnen ausgewählten Werke ist breit gefächert und reicht von figurativ bis hochabstrakt: Innovative zeitgenössische Materialien wie Metalle, Draht, Glas, Keramik und Kunststoffe wechseln sich mit eher traditionellen Materialien wie Stein, Holz oder Bronze ab.
Die Platzierung der Skulpturen steht im Mittelpunkt und macht den Garden so besonders. Die enge Verbindung zwischen Kunst und Natur ist entscheidend; etwa in der Art und Weise, wie eine Pflanze eine Skulptur umrahmt, wie eine Skulptur die Pflanzen in ihrer Umgebung akzentuiert – etwa die Textur der Bäume oder die Farbe des Mooses – oder wie ein Sonnenstrahl die Oberfläche einer Skulptur umspielt. Eine besondere Freude ist es, in den entlegeneren Teilen des Gartens versteckte Werke zu entdecken; das sind echte „Wunderland“-Momente!

Riëlle Beekmans, Kusjes

Die Ausstellung ist während der Sommersaison bis Ende Oktober zu sehen. Der Skulpturengarten ist offen für alle, auch Schulen, Kunst- und Gartenvereine, Verbände und andere Gruppen. Zahlreiche BesucherInnen kommen Jahr für Jahr immer wieder zurück, um sich die ständig verändernde Sammlung anzusehen.
2018 begann unterstützt durch das herrliche Sommerwetter eine spannende Saison mit einer interessanten Reihe neuer KünstlerInnen. Die BesucherInnen erwartet eine Explosion von Farben, außergewöhnliche Materialien und faszinierende Formen. Zu den Kunstwerken, die in diesem Jahr zu sehen sind, gehört auch Light Dance des sculpture network Mitglieds Yke Prins.

Yke Prins, Light Dance

Der Garten ist bis Ende Oktober geöffnet. Wer keine Zeit hat, sich auf den Weg in die Grafschaft Surrey zu machen, bekommt über den Internetauftritt des Skulpturengartens einen schönen Einblick: Untermalt von Vogelgezwitscher wandert der virtuelle Park-Besucher durch ein grünes Paradies.

Rob Harding, Enclosed Space


 
 
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