Wo Wurzeln in die Zukunft weisen: Tuwaiq Sculpture 2027 lädt Künstlerinnen und Künstler nach Riad ein
Das internationale Tuwaiq Sculpture Symposium geht in eine neue Runde: Unter dem Titel „Where Roots Run Deep“ sind Bildhauerinnen und Bildhauer aus aller Welt eingeladen, ihre Ideen für eine zeitgenössische Skulptur im öffentlichen Raum von Riad einzureichen. Zwei ehemalige Teilnehmende berichten von ihren Erfahrungen, dem interkulturellen Austausch und der Begegnung mit Saudi-Arabien.
Wie prägen Geschichte, Landschaft und kulturelle Identität einen Ort? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Tuwaiq Sculpture Symposium 2027. Unter dem Leitmotiv Where Roots Run Deep sind Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich mit Herkunft, Erinnerung, Zugehörigkeit und Wandel auseinanderzusetzen und neue Perspektiven für den öffentlichen Raum zu entwickeln.
Von Januar bis Februar 2027 wird Riad erneut zum Treffpunkt internationaler Bildhauerei. Die saudische Hauptstadt ist tief in ihrer Geschichte und Kultur verwurzelt und befindet sich zugleich in einem umfassenden Transformationsprozess, bei dem Tradition und Erneuerung in einen Dialog treten.
Wie bereichernd die Teilnahme sein kann, zeigt die Erfahrung der rumänischen Künstlerin Ana Maria Negară, die bereits an zwei Ausgaben des Symposiums teilgenommen hat. Besonders beeindruckt hat sie die Möglichkeit, Saudi-Arabiens kulturelles Erbe kennenzulernen. Der Besuch von At-Turaif in Diriyah, einer UNESCO-Welterbestätte, vermittelte ihr, wie Architektur und Tradition kulturelle Identität bewahren. Daneben erlebte sie den JAX District, der sich von einem ehemaligen Industrieareal zu einem Zentrum für zeitgenössische Kunst entwickelt hat.
„Dieser Wandel geht weit über eine architektonische Neugestaltung hinaus: Er spiegelt eine durchdachte kulturelle Vision wider, in der ästhetisches Feingefühl, Urteilsvermögen und der Mut, in zeitgenössisches Kunstschaffen zu investieren, Räumen, die einst von ihrer industriellen Prägung bestimmt waren, eine neue Aufgabe zu verleihen – die Förderung von Dialog, Wissen und internationalem künstlerischem Austausch. Wenn ich diese Erfahrungen insgesamt betrachte, bin ich überzeugt, dass Initiativen wie Riyadh Art zeigen, wie Kunst aktiv an der Transformation einer Stadt mitwirken und die Beziehung zwischen öffentlichem Raum, kulturellem Erbe und Gesellschaft neu definieren kann. Mich beeindruckt dabei nicht nur der Umfang dieser Projekte, sondern auch die dahinterstehende Vision, die Aufmerksamkeit für künstlerische Qualität und das Verständnis dafür, dass kulturelle Entwicklung sowohl Respekt vor dem Erbe der Vergangenheit als auch die Bereitschaft erfordert, neue Wahrzeichen für die Zukunft zu schaffen.“
Auch ihre eigene Arbeit profitierte vom Symposium: Sie realisierte zwei monumentale Skulpturenensembles als Teil eines größeren Projekts mit insgesamt 99 Skulpturen. Die labyrinthartigen Installationen laden zur räumlichen Erkundung und Reflexion ein. Podiumsgespräche ermöglichten ihr zudem, ihre künstlerische Praxis vorzustellen und sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen. Ana Maria empfiehlt Kolleginnen und Kollegen ausdrücklich eine Bewerbung, da das Symposium künstlerische Weiterentwicklung, internationalen Austausch und die Mitgestaltung eines kulturellen Erbes ermögliche.
Die Organisation des Symposiums hebt Höft ebenfalls hervor: Unterbringung und Arbeitsbedingungen seien hervorragend gewesen. Künstlerinnen und Künstler mit weniger Erfahrung im Umgang mit den bereitgestellten Materialien wurden bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützt. Seine Botschaft an Interessierte lautet deshalb: „Also keine Angst vor der Bewerbung.“
Roland würde das Symposium uneingeschränkt weiterempfehlen und schließt eine erneute Teilnahme für sich selbst nicht aus. Seine Erfahrungen zeigen, wie wichtig neben der künstlerischen Arbeit auch gute Bedingungen, Unterstützung und internationale Begegnungen sind.
Wer sich bewirbt, hat die Chance, die eigene künstlerische Handschrift in einem internationalen Umfeld weiterzuentwickeln und eine Skulptur zu schaffen, die sich mit den Wurzeln eines Ortes auseinandersetzt. Denn Wurzeln verbinden Vergangenheit und Gegenwart – und eröffnen zugleich
Die Bewerbungsfrist endet am 8. November 2026. Das Symposium findet von Januar bis Februar 2027 statt. Bewerben können sich professionelle Bildhauerinnen und Bildhauer mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung im Bereich Bildhauerei und Ausstellungstätigkeit.
Weitere Informationen und Bewerbung: Tuwaiq Sculpture 2027 Open Call
Julia Weiss hat diesen Artikel auf Deutsch verfasst.