R U S H Lena Policzka

GALERIE STØRPUNKT 15. September bis 27. Oktober 2017, München

OPTIMATICS – Künstlich erschaffene Chimären, reduziert auf ein einziges Lebenszeichen: Die individuelle Atemfrequenz, werden auf einer medizinisch stilisierten Bühne zur Schau gestellt. Grundgedanke der Künstlerin Lena Policzka ist dabei die heiß diskutierte Frage der Ethik, entfacht durch die Stammzellenforschung. Sie übersetzt dieses Thema in ein Gedankenmodell, das sich künstlerisch mit den Grenzen des menschlichen Optimierungsdrangs & Evolution beschäftigt.

RUSH

In ihrem Werkzyklus RUSH beschäftigt sich die Künstlerin Lena Policzka mit einer wissenschaftlichen Diskussion über ein neu auszurufendes Zeitalter: dem ANTHROPOZÄN. So stellt sich die Künstlerin unter anderem folgende Frage: Hat der Mensch die Natur als gestaltende Kraft abgelöst? Diese Gedankengänge löste sie anhand eines eigenen metaphorischen Konzepts, welchem sie in den ausgestellten Werken Körper verleiht. Mittels chemischer Reaktionen schafft sie künstliche Ablagerungen und Kristallisationen, welche einerseits wie von der Menschheit geschätzte Edelsteine wirken – also einen positiven Ausdruck beinhalten, andererseits an Kohlenschaufeln und schwarze Teerkrusten erinnern, welche bei vielen Betrachtern wohl eher mit negativen Gefühlen behaftet sein dürften. Die Werke versinnbildlichen unseren Drang nach Fortschritt, welcher niemals ohne negative Folgeerscheinungen voranschreiten wird.

Mein persönliches Fazit: Für mich zeigt der Titel „RUSH WILL TAKE PLACE“ die rasende Schnelligkeit mit welcher die Menschheit den „Fortschritt“ antreibt. Da kommt bei mir zudem sofort die Frage auf: Ist es überhaupt noch „Fortschritt“ oder eher „Rückschritt und emotionaler Ausverkauf“, wenn dieser über Leid und Arten-Ausrottung mit soviel Leidenschaft und ohne Respekt vor dem Leben per se betrieben wird?
Vielleicht gibt es durch den menschlichen Wahn der fortschreitenden Wissenschaft, Wirtschaft und finanziellen Machtinteressen irgendwann keine anderen Arten mehr auf diesem Planeten als den emotional verrohten Menschen. Dieser hält sich dann vielleicht zur Rettung seiner letzten verbliebenen Empfindungen die im Labor erschaffenen, atmenden Wesen: die OPTIMATICS.

Auch in dieser Ausstellung empfinde ich ähnlich, wie in der kürzlich vorgestellten von Gregor Hildebrandt ; Was für mich vorerst als schwierig verständlich –wortwörtlich – im Raum stand, endete in eigenen wertvollen Gedanken, die dadurch angestoßen wurden!

Das ist für mich der Sinn von Kunst!

Diese Exponate tragen in würdiger Weise die Bezeichnung Contemporary Art und ich gehöre in jedem Fall zu ihren Liebhabern. Meine persönliche Welt ist (glücklicherweise) voll von Bildern, umso mehr fesseln mich deshalb oft Installationen & Skulpturen, die atmen und „leben“, wie z.B. Lena Policzka’s OPTIMATICS.

Danke an LENA POLICZKA und GALERIE STØRPUNKT für den Mut zur „schwereren Kost“ Installationskunst, die ich Euch mit diesem Artikel ein wenig näher bringen möchte!

 

Noch nicht genug von Claudine? HIER geht es zu ihrem Blog.



 
 
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