Hotspot Amsterdam

Warum Amsterdam immer einen Besuch wert ist. Ein Interview mit der Kuratorin Anne Berk

Amsterdam ist nicht nur die Heimat von Rembrandts "Nachtwache", die Stadt von Grachten, Radfahrern und liberalem Lebensstil. Die weltoffene Handelsmetropole war schon vor vierhundert Jahren die Wiege des modernen Kunstmarkts.
In den letzten Jahren hat sich hier eine lebendige Kunstszene entwickelt. Ihr neuer Hotspot ist das hippe Amsterdam Noord, wo sich die ehemalige Schiffswerft NDSM befindet - ein Nährboden für die kreativen Talente der Niederlande. Künstlerateliers, Ausstellungen, Bars, Restaurants und Clubs machen diesen Ort - nur 15 Minuten Schifffahrt  vom Hauptbahnhof entfernt - zum idealen Ausgangspunkt für einen Besuch in Amsterdam. Nicht alles ist für die Öffentlichkeit zugänglich, vor allem der Künstlerbereich, jedoch konnte sculpture network Koordinatorin Anne Berk es einrichten, für  unsere Experience nach Amsterdam und Den Haag vom 24. bis 26. Mai einen Blick hinein zu werfen.
(Besonderes Angebot für sculpture network Künstler: Sie haben die Möglichkeit bei ihren Künstlerkollegen aus Amsterdam zu übernachten und sich so einen Rabatt auf die Teilnahmegebühr zu sichern: Limitierte Plätze verfügbar!)

Wir haben Anne interviewt, um Ihnen einen Einblick zu geben, was Sie dort erwarten wird.

Was sind die derzeit am heißesten diskutierten kunstbezogenen Themen in den Niederlanden?
Der Rücktritt von Beatrix Ruf als Direktorin des Stedelijk Museums nach harten Interessenkonflikten führte zu einer heftigen Debatte über den zunehmenden Einfluss des kommerziellen Kunstmarktes auf die Museumswelt.  
Viel diskutiert wird auch die Errichtung von 11 Brunnen, die von 11 berühmten Künstlern im Rahmen der Feier der Kulturhauptstadt Leeuwarden-Frieslands 2018 geschaffen wurden. Man braucht ein Auto, um sie alle zu sehen, aber es ist eine schöne Provinz.

Was macht Ihrer Meinung nach Amsterdam so besonders?
Ich liebe die lebendige Atmosphäre von Amsterdam, wo ich als Künstlerin in einem riesigen Studiokomplex angefangen habe. Meine Neugier auf die Motivation von Künstlern ebnete den Weg zum Kunstkritiker und Kurator. Kunst ist essentiell und spiegelt die Erfahrung des Lebens wider und ich würde mich freuen, meine Einsichten mit Ihnen zu teilen.

Was macht unsere Reise so besonders?
Was diese Experience so besonders macht, ist der direkte Austausch mit Künstlern. Auf der NDSM treffen wir 5 niederländische Künstler in ihren Studios: Jeroen Bisscheroux, René Markus Janssen, Eibert Draisma, Henk Schut und MX3D 3D. Ihre Arbeiten reichen von Klangkunst, architektonischen Installationen, Tierskulpturen, animiertem Design bis hin zum hochmodernen 3D-Roboterdruck in Stahl.
 

 
Folkert de Jong, The Iceman Cometh (2001)

Anschließend besuchen wir das Atelier des berühmten Folkert de Jong und entdecken, wie er seine wunderbar lebendigen Figuren aus Polystyrol herstellt.

In Den Haag treffen wir uns mit Künstlern des niederländischen Bildhauervereins. Sie feiern ihr hundertjähriges Bestehen mit einer Ausstellung in Pulchri, der ältesten Künstlergesellschaft, die 1847 gegründet wurde.

Im Museum Voorlinden, dem derzeit am meisten besprochenen Museum in den Niederlanden, werden wir die Ausstellung von Martin Puryear sehen.
Den Haag liegt an der Küste. Wir erleben das besondere Licht am Meer im James Turrels Celestial Vault und beenden den Tag mit einem Abendessen in einem Strandpavillon.

James Turrell, The Celestial Vault in Kijkduin
Photo: © Gerrit Schreurs, courtesy Stroom Den Haag

Welche anderen Orte müssen Reisende besuchen, wenn sie in die Niederlande reisen?
Das Rijksmuseum, das Van Gogh Museum und das Stedelijk Museum in Amsterdam sind definitiv Orte, die man sich ansehen sollte.
Für Skulpturen empfehle ich das Museum Beelden aan Zee in Den Haag, das experimentelle Dordtyart in Dordrecht und das Kröller-Müller-Museum in Otterlo. Alle mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Interessant ist das Design von Daan Roosegaarde, einem unserer innovativsten Künstler, der den legendären 32 km langen Deich neben Harlingen aufwertet.

 

Anne Berk ist ausgebildete Bildhauerin und Kunsthistorikerin, schreibt Artikel für verschiedene Kunstzeitschriften und die niederländische Financial Times sowie Monographien und Kataloge über internationale zeitgenössische Kunst und Skulptur. Sie kuratierte mehrere Ausstellungen zur Entstehung narrativer, figurativer Kunst, darunter Bodytalk (2004) im Museum Beelden aan Zee NL, In Search of Meaning. Die menschliche Figur in der globalen Skulptur (2015) im Museum de Fundatie NL, Objekt Liebe (2018) im Museum de Domijnen NL und Jenseits des Körpers (2018) im Kunstzentrum Silkeborg, Dänemark.
Im Kröller-Müller Museum, Niederlande kuratierte sie internationale Foren für sculpture network wie "Sculpture lives on-from Modernism to Globalisation" (2013), gefolgt von "Sculpting Nature. Land art, Eco art und Bio art" (2016) bei der Verbeke Stiftung, Antwerpen, Belgien.



 
Giuseppe Penone: A Tree in the Wood (Ein Baum im Wald)
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