Joana Vasconcelos. Flaming Heart, 2019-2022 - Fotografia © Tang Contemporary Art

openart Lausitz Biennale
Lausitz
Deutschland

openart Lausitz Biennale für zeitgenössische Kunst


Großformatige textile Skulpturen wie das „Flaming Heart“ der portugiesischen Künstlerin Joana Vasconcelos im offenen Eingangsbereich des gerade frisch renovierten, neu eröffneten Forster Museums oder die großformatige Installation einer Makro-Kohlestruktur von Katharina Wimmer, die den Abschluss der Ausstellung in Forst bildet – die 1. openart Lausitz Biennale zeigt in vier Landkreisen im südlichen Brandenburg und der Stadt Cottbus einen vielschichtigen Blick auf die zeitgenössische Kunst.

Vom 31. Juli bis 20. September spannt die 1. openart Lausitz Biennale ein künstlerisches Band um die Lausitz. Neben skulpturalen Arbeiten sind Installationen, Fotografie, Malerei und Videokunst aber auch Performances, Street Art und Graffiti Kunst zu sehen.

Im Kunstgussmuseums Lauchhammer beispielsweise setzen Birgit Fechners „Zerbrechliche Formen“ einen Kontrapunkt zu den klassischen Skulpturen des Museums. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten ist die Wiederverwendung von Gebrauchskeramik und Kitschfiguren, aus denen poetische, abstrakte Körper entstehen mit Anklängen an Pflanzenformen, antike Stelen und dadaistische Objektkunst.

Im einst leerstehenden Wohnblock in der Heinrich-Zille-Straße in Lauchhammer verbindet Anke Hannemanns in ihrer Installation „VERITAS“ eine modifizierte Nähmaschine des VEB Nähmaschinen mit einem Hochzeitsfoto ihrer Urgroßeltern in sorbischer Tracht. Die Maschine näht mit vergoldeter Nadel unaufhörlich im Rückwärtsgang – Sinnbild für den Versuch, Vergangenes festzuhalten, ohne es tatsächlich zurückholen zu können. Das Künstlerinnenduo Matrosenhunde realisiert mit „Noch ist nichts verloren“ eine interaktive Installation, die das Gebäude Zillestraße 1 in ein begehbares Buch verwandelt. Sieben weitere Künstler bespielen den Wohnblock und seine Umgebung (Bushaltestelle) und beziehen in partizipativen Projekten die Bevölkerung mit ein.

Filigrane Drahtskulpturen schafft Siegfried Kober im Atelierhof Werenzhain. Mit Draht zeichnet er Tiere nach, die einst zum Alltag des Hofes gehörten, seine Arbeiten wirken wie fragile Erinnerungen, die den Raum durchziehen und ihm eine leise, beinahe flüchtige Lebendigkeit verleihen. Gefundene Bauzeichnungen aus einem verlassenen DDR-Industriebau setzt Astrid Weichelt in „Schnitt B.“ zu einer neuen Gitterkonstruktion zusammen, zu sehen im Haus Am Markt 20 in Doberlug-Kirchhain.

Im 350-Einwohner Dorf Jamlitz stellt Anke Westermann der dörflichen Architektur eine leuchtende Idee gegenüber: Ihr Haus besteht aus Licht. Der Engländer Bob Budd kreiiert aus handelsüblichen Schaufeln einen echten Blickfang, der im Anschluss der Ausstellung im Dorf verbleibt. Weitere fünf Positionen sowie Offene Ateliers vor Ort ergänzen das vielseitige Programm.

In der Kunsthalle Lausitz in Cottbus erhebt sich imposant die Skulptur „Tenement Rising“ der amerikanischen Künstlerin Tracey Snelling - mit integrierten Videosequenzen thematisiert sie beengte Wohnverhältnisse. Die Künstlerin Jess Zamora-Turner reagiert mit einer weit in den Raum hineinragenden Patchwork-Installation aus gebrauchten Textilien auf die Vergänglichkeit von Konsum und die verborgenen Geschichten abgelegter Kleidungsstücke. Einen großen Webstuhl, auf dem bemalte und ausrangierte Leinwände zu neuen Bildflächen verwoben werden, nutzt das Künstler:innenkollektiv URBAN ART – Anne Peschken und Marek Pisarsky – Symbol für die  globale Verlagerung der Textilproduktion von Europa nach Asien.  

Die Biennale bespielt insgesamt neun außergewöhnliche Ausstellungsorte in Doberlug-Kirchhain, Lauchhammer, Jamlitz, Forst und Cottbus. Die Orte selbst werden dabei Teil der künstlerischen Erzählung. Leerstehende Gebäude, ehemalige Industrieanlagen und stillgelegte Infrastruktur verwandeln sich in temporäre Räume für zeitgenössische Kunst.

Das kuratorische Konzept der Biennale sieht vor, dass die Ausstellungseröffnungen im Zwei-Wochen-Rhythmus jeweils an einem neuen Ort stattfinden. Dadurch erhalten Besucher:innen die Möglichkeit, die verschiedenen Spielorte nach und nach zu entdecken. Aufgrund der großen Distanzen zwischen den einzelnen Standorten ist es realistisch, an einem Wochenende maximal zwei Orte intensiv zu besuchen. Dies ist ein bewusst entschleunigtes Format, das die Region als kulturellen Erlebnisraum erfahrbar macht. Kuratiert wird die Biennale von der Berliner Kunsthistorikerin Michaela van den Driesch.

Die openart Lausitz Biennale 2026 versteht sich als Plattform für zeitgenössische Kunst, gesellschaftlichen Dialog und regionale Vernetzung und auch als Einladung, die Lausitz neu zu entdecken.

Öffnungszeiten jeweils

Do. – So. 11-18 Uhr

Veranstaltungsorte

An allen Ausstellungsorten sind zahlreiche weitere skulpturale und installative Arbeiten zu sehen:

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