Nevin Aladağ, Public Resonator, 2023
Base: galvanized steel; chimes: brass; sphere: sandblasted stainless steel; drum: powder-coated stainless steel, anodized aluminum; pan flutes: polished stainless steel; harp and guitar strings, 212 x 274 x 237 cm On loan from the artist © VG Bild-Kunst, Bonn 2026. Photo: Valentin Behringer, 2023 Baden Baden.

PalaisPopulaire
Unter den Linden 5
10117 Berlin
Deutschland

SculpturePopulaire "Nevin Aladağ: Public Resonator"

Nevin Aladağs Skulptur Public Resonator mutet futuristisch an. Die Silberkugel, bestückt mit bunten geometrischen Formen, erinnert an die moderne, abstrakte Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals träumten die Künstlerinnen und Künstler der russischen Avantgarde und des Bauhaus von der Vereinigung von Kunst und Leben, von mechanischen Balletten, funktionaler, klarer Architektur sowie sozialer und technologischer Revolution.

Dieses Gefühl von Utopie und Aufbruch transportiert Aladağ ins ernüchterte Heute. Ihr öffentlicher „Resonator“ ist eine polyphone Skulptur. Die Formen sind Schlaginstrumente; die Skulptur ist mit aufgeschraubten Mundstücken, baumelnden Glockenstäben und mit Saiten bespannten Schalllöchern versehen. Jede*r kann und soll das Kunstwerk benutzen, musizieren, „Resonanz“ erzeugen. Für Aladağs Werk sind Musik, Tanz und Spiel zentral – als Ausdruck kultureller Identität oder als Mittel zur Schaffung von Gemeinschaft. Oft dienen ihr Alltagsgegenstände, alltägliche Situationen und Handlungen als Ausgangspunkt, die sie aus ihrem ursprünglichen Kontext löst. Für ihre Arbeit Musikzimmer, die 2017 auf der documenta in Athen gezeigt wurde, kombinierte sie Musikinstrumente aus verschiedenen Teilen der Welt zu skulpturalen Arbeiten, Performances und Wandreliefs.

Im Public Resonator verdichtet sich die Idee des Klangraums zu einer abstrakten Form, zu einer Einheit von Instrumenten. Diese können von vielen Menschen gleichzeitig gespielt werden, die selbst Teil eines Resonanzkörpers einer improvisierten Komposition werden, die auch gesellschaftliche Fragen aufwirft: Wie wird der öffentliche Raum mit Resonanz erfüllt? Gibt es Harmonien, Dissonanzen? Wann kommen das Individuelle und das Kollektive zusammen? Gibt es Raum für Dissonanzen, leise Töne, gar Stille?

Nevin Aladağ wurde 1972 in Van (Türkei) geboren, wuchs in Stuttgart auf und studierte von 1994 bis 2000 Bildhauerei bei Olaf Metzel an der Akademie der Bildenden Künste München. Ihr Werk wurde in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, unter anderem auf der documenta 14 in Kassel/Athen (2017), der Biennale in Venedig (2017), im Albertinum in Wien (2018), in der Hayward Gallery in London (2020) sowie im Lenbachhaus in München und im Institut Mathildenhöhe in Darmstadt (2025). 2026 wurde sie mit dem Kurt-Schwitters-Preis ausgezeichnet. Sie lebt heute in Berlin und ist seit 2019 Professorin für „Skulptur in Bewegung“ an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

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