Berlin
Deutschland

XVI. Internationales Forum

Herbst 2026 in Berlin, Deutschland

Bodytalk – Die Rückkehr der menschlichen Figur in der zeitgenössischen Skulptur

IF26 Jaume Plensa, Water’s Soul, 2020. Newport, Jersey City, NJ, US
Jaume Plensa, Water’s Soul, 2020. Newport, Jersey City, NJ, US

"Was die Hände betrifft, so lässt sich kaum beschreiben, zu welch vielfältigen Bewegungen sie fähig sind, da sie in ihrer Ausdruckskraft fast der Sprache selbst gleichkommen." [Quintilian, De Institutio Oratoria, 35–100 A.D.]

EinfĂĽhrung in das Thema des Forums

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand die menschliche Figur weitgehend aus der westlichen Kunst. Da sie sowohl vom Nazi- als auch vom Sowjetregime für ideologische Zwecke instrumentalisiert worden war, wurde die Figuration zum Tabu. „Ich musste die Figur neu erfinden“, sagte der deutsche Bildhauer Stephan Balkenhol – und so begann ein Prozess der Wiederentdeckung.

In den 1980er Jahren wendete sich das Blatt. Eine „narrative Wende“ in der Kunst spiegelte die wachsende Unsicherheit in einer Welt wider, die sich in einem rasanten Wandel befand. KünstlerInnen begannen wieder, den Körper zu verwenden – nicht als Objekt der Propaganda oder der Schönheit, sondern als Vehikel für existenzielle Fragen.
Bei dieser „konzeptuellen Figuration“ geht es nicht darum, Antworten zu liefern, sondern zum Nachdenken anzuregen. Durch Gesten, Körperhaltungen und Materialien stellen KünstlerInnen grundlegende Fragen zur menschlichen Existenz – ohne dabei eine bestimmte Bedeutung vorzugeben.

Das Sculpture Network Forum Berlin 2026 konzentriert sich auf Gesten in der konzeptuellen Figuration: Wie diese stillen Figuren zu unserem Körper in einer Sprache sprechen, die wir alle verstehen.
In Zeiten des raschen Wandels nutzen KünstlerInnen den gestikulierenden Körper, um ihre Fragen zum Leben zu kommunizieren und Themen wie Körper, Sexualität, Sterblichkeit, Identität, Liebe, Macht, Technologie und unsere Beziehung zur Natur anzusprechen. Im Gegensatz zu den monumentalen Skulpturen der Vergangenheit, die über uns standen und uns von ihren Sockeln aus ihre Bedeutung diktierten, stehen die Figuren von heute auf Augenhöhe mit dem Betrachter.
Die zeitgenössische Skulptur begegnet uns auf Augenhöhe. Bei dieser „konzeptuellen Figuration” geht es nicht darum, Antworten zu liefern. In einer fragmentierten Welt laden uns diese gestikulierenden Figuren zum Nachdenken ein.

Kuratorin: Anne Berk (NL) Vorsitzende des Sculpture Network, Kuratorin und Autorin
Co-Kuratorin: Anemone Vostell (DE) Vorstandsmitglied des Sculpture Network und Kulturmanagerin

Referenten (in Bearbeitung)

Kuratoren (bestätigt):

  • Anne Berk (NL) Vorsitzende des Sculpture Network, Kuratorin und Autorin
    von In Search of Meaning. Mensbeelden in Globaal Perspectief, Zwolle/NL, 2015
  • Eva da Silva Antunes Alves (DE) Kunsthistorikerin und kuratorische Assistentin am Georg Kolbe Museum Berlin

Künstler (vorläufig):

  • Leiko Ikemura (JP/DE)
  • Jaume Plensa (ES)
  • Thomas J. Price (UK)
  • Agnes Questionmark (IT)
  • Anne Wenzel (DE/NL) – bestätigt

Kunstsammlergespräch mit Natasha Bergmann, Mitglied des Kuratoriums Natasha Bergmann

Veranstaltungsorte

Weitere Informationen und die Anmeldung folgen in KĂĽrze. Wir freuen uns darauf, Sie in Berlin begrĂĽĂźen zu dĂĽrfen!

 

 

Galerie

Kunsthaus Dahlem. Photo: Gunter Lepkowski.
Kunsthaus Dahlem. Photo: Gunter Lepkowski.
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart © Staatliche Museen zu Berlin / Photo: Kulturprojekte, Alexander Rentsch
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart © Staatliche Museen zu Berlin / Photo: Kulturprojekte, Alexander Rentsch
Akademie der KĂĽnste - Hanseatenweg. Photo Hans Ouwerkerk
Akademie der KĂĽnste - Hanseatenweg. Photo Hans Ouwerkerk
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