Kunsthaus Dahlem
Käuzchensteig 8–12
14195 Berlin
Deutschland
EMILIO VEDOVA – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen
Ăśber die Ausstellung
Anstelle dieses bereits häufig präsentieren Werks konzentriert sich die Ausstellung im Kunsthaus Dahlem auf die seltener gezeigten Arbeiten aus Vedovas Berliner Zeit. Zu sehen sind einige der vor Ort entstandenen Plurimi – sowohl in Form von Modellen, als auch als ausgeführte Werke. Mit ihnen sprengte der Künstler die Grenzen der Malerei und überführte sie in die Dreidimensionalität. Doch liegt den Werken nicht nur eine formale Auseinandersetzung mit dem Tafelbild zugrunde, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart der Stadt. Es war ihm ein großes Anliegen, jenen Künstlern nachzuspüren, die Berlin einst zu kultureller Blüte verhalfen, den Expressionisten ebenso wie den Dada-Künstlern. Collagen und Grafiken, die er wiederholt als »Hommage à Dada« bezeichnete, zeugen von seiner Auseinandersetzung mit dieser Berliner Strömung der Vorkriegsavantgarde. Zugleich bezog er politisch Position, indem er die Spuren der NS-Vergangenheit und des eskalierenden Ost-West-Konfliktes aufzeigte – nicht durch figurative Bezüge, sondern durch die fehlende Festlegung eines definierten Bildaufbaus und durch einen expressiven Farbauftrag. Für Vedova zeigen die Berliner Plurimi »die Gleichzeitigkeit des Gegenwärtigen, geschehene Ereignisse, die sich immer wieder ereignen und die jeden aufrütteln müssen«.
Die Ausstellung führt chronologisch und thematisch durch Vedovas Berliner Jahre und lädt dazu ein, sein Werk neu zu entdecken. Der Titel Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen greift ein Diktum des Künstlers auf:
»Mein Werk ist alles andere als eine Spielerei, Bewegung um ihrer selbst willen, ganz im Gegenteil …«.
Damit verweist die Schau auf das zentrale Anliegen des Künstlers: Bewegung nicht als Selbstzweck, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher, politischer und menschlicher Erfahrungen zu begreifen. Für das heutige Publikum bleibt dabei Vedovas Kunst hochaktuell – als leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit, kritisches Denken und künstlerische Unabhängigkeit.