Eine Verbindung zur Geschichte - start'19 in den Brede-Werken, Dänemark

Am 27. Januar öffnet die Skulpturenwerkstatt des Dänischen Nationalmuseums ihre Türen für die Öffentlichkeit. Mit einer Mischung aus ausgestellten, zeitgenössischen Skulpturen und den Arbeiten aus vielen Jahrhunderten wird diese Veranstaltung mit Sicherheit etwas Besonderes.

Die Brede-Werke enthalten und restaurieren skandinavische Kunstwerke und Kulturgüter. Die Gebäude der Werke liegen nördlich von Kopenhagen und befinden sich in einer der größten historischen Industrieanlagen Dänemarks. Die Fabrik und ihre Umgebung werden für BesucherInnen in ihrem ursprünglichen Zustand gehalten. Vom stattlichen Park aus sind die Wohnräume der Arbeiter und das Landhaus des Fabrikanten zu sehen.  

Brede Works
Brede-Werke in Dänemark ©Helle Rask Crawford

 

Die Eröffnung der Brede-Werke ist Teil des Internationalen Tages der Skulptur, eine von uns organisierte Veranstaltung, bei der die Skulptur von vielen Menschen an über 70 Orten auf der ganzen Welt gefeiert wird.

Brede Works
Skulptur in den Brede-Werken ©Helle Rask Crawford

Seit Jahrtausenden gießt, schmiedet und formt die Menschheit mit Metallen. "Die Hauptaufgabe der Werkstatt besteht darin, sich um jedes Kunsthandwerk oder jede Kunst der dänischen oder skandinavischen Kulturgeschichte zu kümmern, zu restaurieren und zu reparieren. Sie haben dort RestauratorInnen, ArchäologeÍnnen und andere SpezialistInnen, die alte Kanonen, Skulpturen oder Bilder behandeln – alles, was Aufmerksamkeit braucht", sagt Helle Rask Crawford, eine Bronzebildhauerin, die für start'19 Kontakt zum Museum aufgenommen hat.


Speziell für die Gäste von start‘19 gibt es eine Führung durch die Skulpturenwerkstatt, die einst als Textilfabrik vom Konservierungstechniker Michel Malfilâtre diente, und eine Einführung in die Konservierungstechniken durch die Chefrestauratorin Eva Bøje Nielsen. Die Gäste können auch selbst Eisen schmieden und so an traditioneller Arbeit der Vergangenheit teilnehmen.

Um zeitgenössische BildhauerInnen mit ihrer Geschichte in Einklang zu bringen, haben die Künstlerinnen Helle Crawford und Malene Bjelke eine Ausstellung in den Brede-Werken organisiert, die Werke von über 20 BildhauerInnen, hauptsächlich aus dem Dänischen Bildhauerverband, zeigt, deren Werke in das historische Umfeld des Museums eingebunden sein werden. Die Künstler werden persönlich vor Ort sein, um über ihre Arbeit zu sprechen und mit allen Interessierten in Kontakt zu treten. 

Brede Works
Brede-Werke ©Arnold Mikkelsen

 

Helle Rask Crawford
Helle Rask Crawford ©Christopher Cocks

Als Bronzebildhauerin hat Helle Rask Crawford eine Leidenschaft für ihre Materialien und beschreibt ihre Liebe zu Bronze so: "Es ist sehr langlebig. Wenn du die Plastik auf den Boden fallen lässt, trägt nur der Boden einen Schaden davon. Für mich ist es eine Möglichkeit, in die Geschichte zurückzukehren und eine Verbindung zu dem zu haben, was in den letzten 6000 Jahren in der Welt passiert ist. Die Technik des Bronzegusses unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was um 4000 v. Chr. gefunden wurde. Es gibt dir das Gefühl, eine große Verbindung zur alten Welt unserer Vorgänger zu haben."

Helle hat nicht immer eine kreative Karriere verfolgt. Bevor sie sich ganz den Skulpturen verschrieben hat, arbeitete sie als Ärztin. Dennoch hat sie es nicht versäumt, ihre Arbeit zu würdigen. Unter anderem erhielt Helle den Ottillie Helen McLaren Wallace Preis an der Royal Scottish Academy of Art in Edinburgh und wurde von der Society for Art of Imagination ausgewählt, Porträts in den USA zu vertreten. Ihre Bronzearbeiten wirken oft mythisch oder märchenhaft, was im Laufe der Jahre viele Fans angezogen hat.

Through the Glass
Helle Rask Crawford, Through the Glass, Höhe: 25 cm, Bronze, Gold, Glas, Granit,
©Helle Rask Crawford

 

Malene Bjelke ist eine dänische Bronzebildhauerin. Sie hat zuvor als Szenografin am Theater gearbeitet. Jetzt kreiert sie reizvolle figürliche Plastiken, die bestimmte Charaktere zu repräsentieren scheinen und die feinfühlige Stimmungen und Ausdrücke darstellen. Sie interessiert sich für die Interaktion zwischen der Figur und ihrer Umgebung. Beim Betrachten der kleinen, gedankenverlorenen Figuren werden die BetrachterInnen mit ihren eigenen inneren Landschaften konfrontiert.

Malene Bjelke
Malene Bjelke in ihrer Werkstatt ©Lena Paaske
Girlfriends
Malene Bjelke, Girl friends (Modell: Rineke Dijkstras Strand Portraits), Bronze, 
Höhe: 28 cm, 2018 ©Malene Bjelke
Bjelke
Malene Bjelke, Boy from Sanary, Edition: 3/5, Bronze, Höhe: 60 cm, 2018 ©Malene Bjelke

 

Helle und Malene nehmen seit einigen Jahren an start teil. Es ist das, was sie mit anderen BildhauerInnen und Menschen verbindet, die sich für Skulptur interessieren. Besonders gefällt ihnen die Fotowand, ein Online-Fotofeed, der Live-Updates von Social Media-Posts von start-Veranstaltungen auf der ganzen Welt anzeigt. 

start’19 - sculpt the world with us!

The Sculpture Workshop
I.C. Modewegsvej 40
2800 Kongens Lyngby
Dänemark

Sonntag 27. Januar 2019 
ab 11.00 Uhr

Machen Sie mit und erleben Sie einen Tag für Skulptur in Ihrer Nähe! Informieren Sie sich hier über alle unsere Veranstaltungsorte.

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Der 27. Januar wird ein Tag für die Skulptur sein: An mehr als 70 Orten in Ateliers, Galerien, Museen, Skulpturenparks und Kunstakademien auf der ganzen Welt treffen sich KunstliebhaberInnen und feiern die Skulptur. Helle und Malene haben bereits ein gutes Beispiel dafür gegeben, was start sein kann: Kunst mit anderen zu erleben, zu diskutieren und neue Kontakte innerhalb und außerhalb der Kunstwelt zu knüpfen.

 

Christina Benesch

Autorin: Christina Benesch

Christina Benesch arbeitet im Münchner sculpture network Büro und betreut die start'19-Gastgeber, nachdem sie im Sommer ihren Master im kulturwissenschaftlichen Fach „Doing Culture“ abgeschlossen hat. 



 
 
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