BETRACHTUNGEN ZUR PLASTIK „E.........n"
Die Plastik "E.........n" von Carola Wedell zeigt eine Vielgestaltigkeit, die es dem Betrachter überlässt zu sehen, zu deuten und zu verstehen.
Nach dem ersten flüchtigen Blick gerät der Betrachter ganz unbewusst in den Bann der spannungsvollen Formkraft und wird hineingeleitet in eine intensive Kommunikation mit der Plastik. Er steht im intensiven Gespräch mit der Form. In immer neuen Ansichten, die harmonisch ineinander übergehen, offenbart sich ihm das Besondere dieser Kraftform.
Sieht er zunächst einen Knochen, der wegen seiner Kürze und Gedrungenheit an ein vergrößertes Daumenglied erinnern mag, fällt bei weiterem Hinsehen auf, dass die Form - wuchtig auf dem Grund ruhend - elegant nach oben schwingt und dabei schraubenartig aus sich heraus drehend eine Umfassung bildet. Diese Umfassung mündet aus anderer Ansicht in einem "X", einer kreuzenden Bewegung, die den oberen Schwung und die füllige Weite gebündelt auf den Grund stellt.
Der Schwung der Plastik nimmt den Betrachter mit zur scharfen "Rückenlinie" -oder ist es die Vorderansicht ?
Licht und Schatten schaffen in den gespannten Flächen neue Eindrücke. Lichtreflexe tauchen auf.
Eine kleine Änderung des Blickwinkels und schon nimmt der Betrachter den scharfen Bug eines Ozeandampfers wahr.
Diese Plastik vermittelt immer wieder neue Eindrücke. Eindrücke, die abhängen von den Erfahrungen und der Vorstellungskraft des Betrachters, aber auch von dessen Gemüts- und Seelenverfassung.
Ob und inwieweit dabei die Intentionen der Künstlerin erfasst oder auch nur erahnt werden?
Bedeutsam ist: Diese Plastik lebt !
Und sie gibt dieses Leben, das ihr die schaffenden Hände der Künstlerin hinein plastizierten, weiter an die, die mit lebendigen Sinnen schauend begreifen.
Hoffschult , Berlin 1992
Eine Lemniskate aufgestellt im Raum, durchgestaltet, regte einen Käufer zum obigen Text an.
Weitere Infos: www.carola-wedell.de/profil