Mahnmal für die Zwangsarbeiterlager in St. Pölten - Viehofen (Österreich)
Wettbewerbsbeitrag
Mit drei aufsteigenden Elementen soll die Erinnerung am jeweiligen Ort spezifisch und unaufdringlich verstärkt werden, ohne selbst eine wertende Aussage zu den Ereignissen zu machen. Es ist den Passant*innen ĂĽberlassen, dies als Hinweis und Anregung zu nehmen, um sich selbst – in einer spontanen Gedenkminute - mit dem Geschehenen auseinander zu setzen.Â
See | Am Standort des ehemaligen jüdischen Zwangsarbeiterlagers steigen inmitten des Viehofner Sees stetig (zb. jede Minute während 3 Sekunden) Luftblasen vom Seegrund auf und geben ein sanftes „blub“ an der Wasseroberfläche. Es ist eine Erinnerung an das Leben im ehemaligen, versunkenen Lager; an den Atem der namenlosen Insass*innen.
Glanzfabrik | Am Standort des ehemaligen Arbeitslagers steigt, nun inmitten des Waldes wie von einer verlassenen Feuerstelle unter „pffft“ stetig (zb. jede Minute während 3 Sekunden) ein rot eingefärbter Rauch aus dem Waldboden ausgeblasen. Dies als Erinnerung an die schwere körperliche Arbeit und die giftigen Dämpfe, denen die Zangsarbeiter*innen ausgesetzt waren.
Friedhof | Im Zentrum des Massengrabes am städtischen Friedhof steigt (zb. jede Minute während 3 Sekunden) ein kleiner, feiner weisser Lichtstrahl aus dem Rasenboden auf. Hier wird auf eine akustische Begleitung verzichtet, um die sakrale Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Es stellt einerseits das mythische ewige Licht der Seelen dar und andererseits auch deren Aufstieg zum Himmelskosmos.
Namenstafel | Vor die rückseitige Hecke des Massengrabes am städtischen Friedhof wird in einigen Zentimetern Distanz eine rostende Stahlplatte aufgestellt. Sie ist etwas weniger hoch als die Hecke, leicht vom Boden abgehoben und mit ausgeschnittenen Namenszügen auf die ganze Länge des Grabfeldes versehen. Zur Gliederung der Namen wird das zugehörige Religionssymbol (Davidstern, Kreuz, Mondsichel) eingefügt sofern bekannt, ansonsten ein neutrales Quadrat.
Die rostende Stahlplatte erinnert an Kriegsmaterial. Die ausgestanzten Namen und Symbole erzeugen eine Durchlässigkeit, welche zusammen mit der bestehenden Hecke auf die Vergänglichkeit und die ins Land ziehenden Jahreszeiten verweist.Â
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