Thomas Frutschi

Co Creative Experts 2026

Eingabe zur Erneuerung der Verfahren bei Architekturwettbewerben nach SIA 142-144

Die aktuellen Herausforderungen der Bauwirtschaft sind bekannt: Seit Einführung des linearen Wettbewerbswesens haben sich die Rahmenbedingungen durch Wissen, Technik, Kultur- und Klimawandel massiv verändert –Herausforderungen und Komplexitäten intensivieren sich exponentiell (KI, Quantentechnologie, ...). Die Leitziele zwischen Gesellschaft und Bauherrschaft driften auseinander, Planungswettbewerbe verzahnen hier mit ungenügender Qualität.

Um gesellschaftliche, klimarelevante und „more-than-human“-Anforderungen integrieren zu können, muss das bisherige Paradigma (Aneignung/Ausbeutung) durch eine kooperative, integrative Grundhaltung ersetzt werden. Wir brauchen ein permanent aktives Gleichgewichts-Systemnetz selbstverstärkender und dämpfender Rückkoppelungen als NEUE BAUKULTUR.

Damit bei privaten Bauvorhaben die gesellschaftlichen und klimarelevanten Hebel nachhaltig eingebaut werden, braucht es ein partnerschaftliches Beteiligungs-/Mitfinanzierungsmodell (z.B. wie Denkmalpflege), das jedoch ausserhalb der vorliegenden Fragestellung zu entwickeln ist (Finanzierung durch best. Mehrwertabgaben, Handänderungssteuern resp. Klimasteuer?).

Der Vorschlag

Ein Entwicklungsprozess, der in der ersten Phase (als transprofessionelle Werkbank) von vielen interessierten Experts mitgestaltet und in späteren Loops verfeinert werden kann. Erst danach folgt der Beschaffungsauftrag zur Umsetzung (z.B. anhand der eingebrachten Innovation). Statt einer Jury braucht es ein breites Entwicklungsteam, das den Prozess bis zur Realisierung und „post sales“ auch danach begleitet resp. das Gebaute weiter an sich ändernden Rahmenbedingungen und Bedarf anpasst. Die permanente Abstimmung mit umliegenden Entwicklungen und Bauabsichten ist sicherzustellen (Vernetzung).

Zur Meta-Projektleitung (Bauherrschaft) gehört gleichwertig und partnerschaftlich auch die Politik (Vertreterin öffentlicher Interessen). Statt Einzel-Projektleitung ergibt sich so eine breiter abgestützte Co-Projektleitung. Die bisherige Bauherrschaft erteilt Planungs- und Bauaufträge nicht mehr im Alleingang, sondern einzig solidarisch mit den politischen Mitfinanciers. (Anpassungsbedarf im OR?)

Experts-Workshops in den Planungs-, Bau-, Nutzungs- und Transformationsphasen sichern dauernde Optimierung. Die Projektentwicklung wird als offenes Beschaffungsverfahren genutzt. Die innovativsten Experts erhalten den Projektierungs- und Bauauftrag, die anderen bleiben als Experts in allen Workshops dabei und erhalten eine Beteiligungs-/Inputentschädigung (bisherige Preissumme ab 2.Rang) – Referenzen sind passé.

Datenblatt

Jahr
2026
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