Installation view, Umut Azad Akkel, The Path (2021), Tempelhofer Feld, Berlin. Produced by Oyoun. Copyright: Umut Azad Akkel

Haus am Lützowplatz Fördererkreis Kulturzentrum Berlin e.V.
Lützowplatz 9
10785 Berlin

Umut Azad Akkel: Holding My Drink in the Corner

Curated by Ozan Ünlükoç

Eröffnung: Freitag, 12. Juni 2026, 19:00 Uhr

 

Holding My Drink in the Corner ist ein Projekt des Berliner Künstlers Umut Azad Akkel zusammen mit dem Kurator Ozan Ünlükoç aus Istanbul und wurde über einen ausgedehnten Zeitraum entwickelt, um sich mit zwischenmenschlichen Dynamiken und Migrationserfahrungen auseinanderzusetzen. Es umfasst eine Einzelausstellung im Haus am Lützowplatz, die mehrere Werke präsentiert, darunter manche, die für diesen Ort geschaffen wurden, sowie die Installation der großen Gerüst-Skulptur The Path im Außenraum in unmittelbarer Nähe.

Holding My Drink in the Corner ist eine Ausstellung, die Begriffe wie Orientierung, Zugehörigkeit und Inklusion im Rahmen queerer Erfahrungen einer kritischen Betrachtung aussetzt. Mit dem kretischen Labyrinth als Referenzraum nähert sich die Ausstellung der Differenz zwischen denen, die Zugang zu Wissen und Regeln haben, und denen, die ihn nicht haben; sie zeigt auf, wie selbst als inklusiv geltende Räume ausschließende Codes erzeugen können.

In der Verwandlung des Raums in ein Labyrinth von Ecken wird ‘die Ecke’ Zufluchtsort und Ort des Unsichtbarseins zugleich. Die Ausstellung lädt die Besucher*innen nicht nur ein, sich mit dem Erleben von Ausgrenzung auseinanderzusetzen, sondern auch nachzuvollziehen, wie diese Erfahrungen reproduziert werden. Sie bietet zudem eine Gelegenheit, die Position des Individuums innerhalb dieser Strukturen im fließenden Zusammenspiel von Passivität und Formen des Tuns neu abzuwägen. Nach seiner ersten vom Goethe-Institut unterstützten Präsentation 2024 in Istanbul, kehrt Holding My Drink in the Corner als Fortsetzung von It/Ortada zurück, neu installiert in Berlin und im Herzen einer Stadt, die selbst ein Labyrinth ist.

The Path, ursprünglich 2021 gemeinsam mit Oyoun Kultur NeuDenken entwickelt und für zwei Wochen auf dem Tempelhofer Feld installiert, wird für dieses Projekt neu interpretiert und in den konzeptionellen Rahmen von Holding My Drink in the Corner integriert. Die treppenartige Struktur, einerseits inspiriert von den persönlichen Erfahrungen des Künstlers während seiner Zeit in Istanbul und andererseits von den absurden perspektivischen Konstruktionen von M. C. Escher, fungiert gleichzeitig als Metapher und Bühne. Sie symbolisiert soziale Mobilität, Hierarchie und Desorientierung und lädt die Teilnehmer*innen dazu ein, über die ungleiche Verteilung von Chancen sowie die sichtbaren und unsichtbaren Kräfte nachzudenken, die das urbane Leben prägen. Dabei stellt die Installation die verkörperten Spannungen queerer Migration in den Vordergrund – wie öffentliche und private Räume beschritten und durchquert werden, wie „Zuhause“ konstruiert wird und wie das Bewegen durch die Stadt sowohl befreien als auch befremden kann.

Im Schnittfeld von Migration, Ausgrenzung und Transformation positioniert sich Holding My Drink in the Corner, begleitet von einem umfangreichen öffentlichen Programm (tba), als Raum kollektiver Reflexion.

Biografien

Umut Azad Akkel (geb. 1991, Izmir) studierte von 2010 bis 2014 Industriedesign an der Kadir Has Universität in Istanbul. Von 2016 bis 2022 studierte er Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin, zuletzt als Meisterschüler in der Klasse von Ina Weber. Er erhielt 2020 den DAAD-Preis für internationale Studierende, 2021 den Playground Art Prize (2. Platz) und 2022 das Else-Neumann-Stipendium des Landes Berlin. Zu seinen jüngsten Ausstellungen zählen Präsentationen am KW Institute for Contemporary Art und Kunst Raum Mitte im Rahmen der BPA// Ausstellung 2025 (6. Dezember 2025 – 11. Januar 2026).

Ozan Ünlükoç (geb. 1988 in Istanbul) absolvierte einen Bachelor in Kunstgeschichte an der Université Libre de Bruxelles. Seine Praxis konzentriert sich auf Kunst- und Geschlechterforschung, mit Schwerpunkt auf LGBTQ+-Rechten und -Sichtbarkeit in der Türkei. Er ist Gründungsmitglied und ehemaliges Vorstandsmitglied der Siyah Pembe Üçgen Izmir Association und koordinierte das Baki Koşar Kultur- und Kunstfestival, wodurch er zur Sichtbarkeit unterrepräsentierter queerer Stimmen in den Künsten beitrug. Ünlükoç ist in kollektiven künstlerischen und kuratorischen Praktiken engagiert, darunter das Kara Pembe Counter Art Collective und die unabhängige Initiative Sınır/sız, die Plattformen für aufstrebende queere Künstler unterstützt. Derzeit ist er Chefredakteur des Kunstmagazins Argonotlar und entwickelt weiterhin unabhängige kuratorische Projekte.

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