Installation Art im Museion und Gedanken zur Skulptur in Trentino-Alto Adige

Dank ihrer Geschichte und Geographie sind die Stadt Bozen und ihre Bewohner stolz auf ihre Mischung aus Kulturen, Sprachen und Völkern. Der Dialog und die Interaktion zwischen Italienern, Deutschen und Ladinern, auch wenn er manchmal herausfordernd ist, hat im Laufe der Jahre dazu beigetragen, eine frische und interessante Kunstszene zu etablieren.

***Per la versione italiana scorrere verso il basso.***

Inmitten einer Vielzahl von europäischen Kulturkreisen gelegen, sind viele junge Bozner Schüler Teil einer Diaspora, da sie sich entscheiden, in Städten wie Innsbruck, Wien, München und Berlin zu studieren und zu leben. Aus diesem Grund gibt es viele Verbindungen sowohl nach Österreich als auch nach Deutschland. Die Geographie Bozens bietet auch eine Verbindung der italienischen Kultur mit den nördlichen Ländern Europas - sie ist eine strategische kulturelle "Brücke" für Italien über die Alpen.

Viele lokale Studenten haben sich für eine italienische oder deutsche Universität außerhalb von Bozen entschieden. Die 1997 gegründete Universität mit dem Namen Libera Università di Bolzano, die Free University of Bozen-Bolzano, die Freie Universität Bozen, die Kurse auf Italienisch, Deutsch und Englisch anbietet, trägt viel zur lokalen Gemeinschaft bei. Jedes Jahr zieht es Menschen aus der ganzen Welt an, die daran interessiert sind, an dreisprachigen Kursen teilzunehmen. Aber was hat das mit Skulptur zu tun?

Sylvie Fleury, Chanel Fall/Winter 1994, 1994, installation view, Museion 2017, Collezione/Sammlung/Collection Museion. Foto Luca Meneghel
Sylvie Fleury, Chanel Fall/Winter 1994, 1994, Museion 2017,
Collezione/Sammlung/Collection
Museion. Foto Luca Meneghel

Diese Einführung war notwendig, um eine Voraussetzung für das Museion zu schaffen, das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Bozen, das sowohl die Mentalität der Stadt als auch die der Universität widerspiegelt. Das Museum ist ein Ort, an dem zeitgenössische Kunst viele Sprachen spricht und viele internationale Verbindungen sichtbar werden. Es ist ein Ort, an dem Italiener und Deutsche dank der universellen Sprache der Kunst die Möglichkeit haben, einen Dialog zu führen. Und das gilt natürlich auch für die Skulptur, denn im Museion werden sowohl die ständigen Sammlungen als auch die temporären Ausstellungen meist von dreidimensionaler Kunst dominiert. Grundsätzlich ist das Museion in der Tat ein Skulpturenmuseum. Außerdem ist es sehr nah an der Universität und ihrer wunderbaren Bibliothek. Zusammen bilden diese drei Institutionen einen authentischen Kulturbezirk.

Was die Dominanz der Skulptur in der ständigen Sammlung des Museums betrifft, so bin ich nicht der Einzige, der so denkt: Letizia Ragaglia, Direktorin des Museion, kuratierte kürzlich eine große Ausstellung mit dem Titel Installation Art. Sie fand vom 7. Juli 2017 bis zum 23. September 2018 statt. Wir von sculpture network haben uns entschieden, das Museion vor Ende der Ausstellung zu besuchen und gleichzeitig an der Vernissage für John Armleders Einzelausstellung teilzunehmen.

Ragaglia hat sich dafür entschieden, viele der dreidimensionalen Installationen auszustellen, die das Museion im Laufe der Jahre dank einer breit angelegten Erwerbskampagne gesammelt hat. Die Kunstwerke werden nach einem Rotationskriterium ausgestellt. Diese Sammlung besteht aus einer breiten Palette von Werken, die eine Vielzahl von Techniken und Ansätzen repräsentieren.

Matt Mullican, Untitled (colored patterns under green light), 2000, installation view, Museion 2017, Collezione/Sammlung/Collection Museion. Foto Luca Meneghel
Matt Mullican, Untitled (colored patterns under green light), 2000, Museion 2017,
Collezione/Sammlung/Collection Museion. Foto Luca Meneghel 

Die Ausstellung Installation Art bietet dem Publikum einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten des Installationsmediums. Mit Werken von Carl Andre bis Luis Jakob, und außerdem Heimo Zobernig, Monica Bonvicini und Luca Vitone, konnten die Besucher die mutigen Entscheidungen der Akquisitionsabteilung des Museums und sein besonderes Interesse an Kunstwerken erleben, die in engem Zusammenhang mit Raum und Architektur stehen.

Monica Bonvicini, I Believe in the Skin of Things as in that of Women, 1999, installation view, Museion 2017,  Collezione/Sammlung/Collection Museion. Foto Luca Meneghel
Monica Bonvicini, I Believe in the Skin of Things as in that
of Women, 1999, Museion 2017, Collezione/Sammlung/
Collection Museion. Foto Luca Meneghel

Mich persönlich faszinierte Massimo Bartolinis Videoinstallation Collection, die das gesamte Videokunstarchiv im Museion beleuchtet. Die poetische Begrüßung an Bord, bestehend aus einer großen Kiste, in der sich ein verzaubertes Land auf einem traditionellen Tiroler Raum versteckte, Monica Bonvicinis I Believe in the Skin of Things, wie auch die von Frauen, die die Wahrnehmung von Frauen in der Architekturgeschichte betonen. Alle Werke wurden in den unteren Stockwerken ausgestellt, während das letzte, wie es in der Tradition des Museion üblich ist, im Raum für die Wechselausstellung untergebracht war. Ab sofort ist dieser Raum mit Werken von John Armleder gefüllt. Seine Einzelausstellung mit dem Titel Plus ça change, plus c'est la même chose, besteht aus mehreren Installationen. Diese Einzelshow ist einen Besuch wert und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ein Interesse an dreidimensionaler Kunst scheint der Seele dieses Landes eingeprägt zu sein. Auf dem Weg von Bozen nach Gröden findet man eine Vielzahl von zeitgenössischen Bildhauern, von denen viele international anerkannt sind. Und wenn man nach Trient und Rovereto fährt (wo es ein weiteres großes Museum für zeitgenössische Kunst gibt: das MART), kann man Artesella besuchen, das seit 1986 ein Muss für alle Skulpturenliebhaber ist. 
Die Skulptur ist auch der Star im Plessi-Museum am Brenner, das übrigens das erste Museum an einer italienischen Autobahn ist. Auch hier wird die Skulptur auf spektakuläre Weise gefeiert. 

Das symbolische Interesse an der Skulptur scheint in einem Land verwurzelt zu sein, in dem Holz und Schnitzerei so wichtig sind. Wenn ich das sage, meine ich Skulptur im weiteren Sinne des Wortes, so wie wir es hier bei sculpture network denken.

SUPERFLEX, FREE BEER Garden, 2006, installation view, Museion 2017, Collezione/Sammlung/Collection Museion. Foto Luca Meneghel
SUPERFLEX, FREE BEER Garden, 2006, installation view, Museion 2017, Collezione/Sammlung/Collection Museion. Foto Luca Meneghel

 

 

Autor: Nicola Valentini

Nicola Valentini ist Kunsthistoriker und spezialisierte sich früh auf zeitgenössische Bildhauerei und neue Technologien. Für uns erkundet er regelmäßig die Kunstszene Italiens.

 

 

 

Installation Art a Museion e pensieri sulla scultura in Trentino-Alto Adige

Grazie alla particolare storia e posizione geografica, la città di Bolzano (Bozen se si preferisce chiamarla con il suo nome tedesco) e i suoi abitanti sono esempio vivente di convivenza più o meno pacifica tra culture, lingue e popolazioni differenti. Il dialogo e l’interazione tra italiani, tedeschi e ladini nel centro urbano di Bolzano, anche se a volte complicato, ha contribuito negli anni alla nascita di un interessante e vitale scena artistica.


Vicina alla cultura Mitteleuropea, la città di Bolzano patisce ogni anno una diaspora poiché molti giovani studenti scelgono di studiare e vivere in città di lingua tedesca come Innsbruck, Vienna, Monaco di Baviera e Berlino. Per questo numerose sono le connessioni con Austria e Germania. D’altro canto questa geografia, ha anche consentito una speciale connessione tra il pensiero italiano ed il mondo nordeuropeo, creando di fatto un metaforico “ponte” culturale sopra le alpi.
Se molti sono gli studenti locali che hanno scelto un’università tedesca (o italiana) al di fuori di Bolzano, è altrettanto vero che la recente fondazione dell’Università locale (creata nel 1997 con il triplice nome di Libera Università di Bolzano, Freie Universität Bozen, Free University of Bozen-Bolzano per via del fatto che le lezioni si svolgono in italiano, tedesco e inglese) sta dando molto alla comunità locale attraendo persone da tutto il mondo anno dopo anno. A questo punto ci si chiederà: cosa c’entra tutto questo in un magazine di scultura?


La lunga introduzione era necessaria perché Museion, museo di arte contemporanea di Bolzano è oggi lo specchio ideale della città e della sua Università: un luogo dove la contemporaneità parla molte lingue e che si nutre di connessioni internazionali. Un luogo dove italiani e tedeschi hanno l’occasione di creare un dialogo grazie al linguaggio universale dell’arte.
E grazie alla scultura, soprattutto, perché la collezione permanente e le mostre temporanee che il Museion ospita sono essenzialmente dominate dal linguaggio della tridimensionalità. Museion è di fatto un museo di scultura contemporanea, se intendiamo la scultura nel senso moderno del termine. Dalla scultura alla cultura il passo è breve non solo dal punto di vista semantico: Museion è stato costruito molto vicino alla nuova Università e alla sua fantastica e modernissima biblioteca con la quale va a comporre un autentico esempio di quartiere culturale ispirato alle città del nord.


Attenzione, non sono il solo a parlare della preponderanza della scultura nell’economia espositiva del museo bolzanino: la Direttrice Letizia Ragaglia ha curato un’importante mostra intitolata Installation art, che ha avuto luogo dal 7 luglio 2017 al 23 settembre 2018. Noi di sculpture network abbiamo scelto di visitarla prima che finisse, approfittando del concomitante vernissage della mostra monografica di John Armleders.
Ragaglia ha scelto di esibire molti delle installazioni tridimensionali che Museion ha saputo collezionare nel corso degli anni grazie ad una coraggiosa campagna di acquisizioni. I lavori sono normalmente esibiti con il criterio della rotazione; questa collezione è composta da una vasta gamma di opere riferibili alle tecniche e agli approcci più disparati e la mostra Installation Art ha voluto raccontare al pubblico le tante possibilità offerte da questa modalità operativa.

Grazie a lavori di artisti come Carl Andre, Luis Jakob, Heimo Zobernig, Monica Bonvicini e Luca Vitone, i visitatori sperimentano il coraggio del dipartimento acquisizioni del museo e lo specifico interesse per opere che sono intimamente connesse al problema dello spazio e all’architettura. Personalmente ho trovato affascinanti Collection, videoinstallazione di Massimo Bartolini che accende i riflettori sull’intero archivio di videoarte di Museion, la poetica Welcome on Board di Hubert Kostner, grande scatola che nasconde un paesaggio incantato sopra la riproduzione di una stanza tirolese tradizionale e I Believe in the Skin of Things as in that of Women di Monica Bonvicini che ci porta a riflettere sul modo in cui la donna è stata percepita nel corso della storia dell’architettura. L’ultimo piano di Museion ospita tradizionalmente le mostre temporanee; al momento è occupato dai lavori di John Armleder. La sua mostra monografica, intitolata Plus ça change, plus c’est la même chose, è (indovinate un po’) composta da varie installazioni e varrebbe da sola il viaggio e il prezzo del biglietto. Ma la ricchezza di questo territorio non si esaurisce qui per gli amanti della scultura contemporanea: poco a nord di Bolzano, in Val Gardena, vivono e lavorano moltissimi scultori italiani, molti dei quali noti a livello internazionale.

A sud, in direzione di Trento e Rovereto (dove troviamo un altro grande museo italiano di arte contemporanee, il MART) gli appassionati di arte possono visitare Artesella, tappa obbligata per gli amanti della scultura dal 1986, di cui abbiamo parlato di recente in un articolo dedicato. Ma la scultura è protagonista anche al Plessi Museum del Brennero, primo museo italiano ad essere ospitato in autostrada, e luogo dove la scultura è celebrata nella spettacolare forma di colossale installazione multidisciplinare. 

Autore: Nicola Valentini

Nicola Valentini è uno storico dell'arte e si è specializzato in scultura contemporanea e nuove tecnologie. Esplora regolarmente la scena artistica italiana per noi.



 
 
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