Zitate aus Bad RagARTz

Bis 4.11. findet in Bad Ragaz und Vaduz die 7. Schweizerische Triennale der Skulptur statt, mit 400 Kunstwerken unter freiem Himmel. Auch 9 sculpture network Mitglieder sind dabei. Wir haben sie nach ihren Gedanken zu ihren Werken gefragt.
Keld Moseholm, Dänemark, “Is this a step forward”  (2008) H 165, L 125, W 40 cm, Bronze und Granit.


Die Skulptur zeigt 3 Figuren in einer vorwärts gerichteten, vielleicht sogar filmisch anmutenden Bewegung.  Bewegung war mir schon immer wichtig und hier konzentriere ich mich auf die Bewegung der Figuren, die gegen die Instabilität spielen. Dies steht im Gegensatz zur Stabilität der hohen Steine, was eine interessante Spannung in der Skulptur erzeugt. Die Figuren tragen ein Buch als Symbol für Wissen und Lernen; sie laufen auf einem instabilen, schwebenden Stein und treten geradewegs in die leere Luft, stets darauf vertrauend, dass alles gut wird.

 
 

 

“Paraphrase on The Tin Drum” (2017) H 57, L 165, W 165, Bronze and granite

Bei der Entstehung dieser Skulptur ließ ich mich vom Roman des deutschen Schriftstellers Günther Grass aus dem Jahr 1957 und der Leinwand-Version von „Die Blechtrommel“ inspirieren. Besonders bei der Visualisierung der Mutter/Großmutter-Figur mit dem kleinen Jungen, der sich unter ihren Röcken versteckt.
In meiner freien Interpretation habe ich aus kompositorischen Gründen 3 Figuren verwendet, die unter die Röcke kriechen, um sich zu verstecken;  so bildet die Skulptur einen Kreis mit Wellenformation, die ein dekoratives Element wie etwa eine Blume andeutet.
In Bezug auf dieses Thema ist die Skulptur für mich das Bild einer ungewissen Zukunft und vielleicht von verborgenen Wahrheiten. Die Ereignisse des Romans finden um den 2. Weltkrieg herum statt, aber es scheint einige Gemeinsamkeiten in unserer Zeit zu geben, die eine Inspiration für die Entstehung der Skulptur waren.

 

 

”Transformation”(2010) H 165, L 55, W 37 cm, Bronze and granite

Die Skulptur hat die Form einer Turmspitze und wieder einmal ist das Buch ein skulpturales Element; aber diesmal weist es darauf hin, dass wir in Bezug auf Wissen und Erfahrung immer auf die Arbeit unserer Vorgänger bauen. Wie bei anderen meiner Skulpturen nutze ich die Transformation der Größe, um die Skulptur interessanter zu machen und ihr mehr Kraft zu verleihen. Je mehr man weiß, desto kleiner fühlt man sich im Verhältnis zu allem Wissen, das existiert – das legt die Bewegung nahe.

 


 
 
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