Artscape Nordland

Niederreißen der Erwartungen, was Kunst ist und was sie ihm öffentlichen Raum sein sollte

Artscape Nordland war ein internationales Kunstprojekt, das anstrebte Kunst an die Orte zu bringen, an denen die Menschen leben. Kunstmuseen gibt es nur wenige in Norwegen. Zudem liegen sie meist auch noch weit entfernt in dem dünn besiedelten Landkreis Nordland. Darum schuf das Projekt eine Sammlung öffentlich-zugänglicher Skulpturen.

Sissel Tolaas, House of Winds, 1994 -
Alstahaug Municipality - photo Vegar Moen
 

Das Projekt begann im Jahr 1992 als eine Mischung aus einem ortsspezifischen Projekt und einer Museumssammlung. Initiiert wurde das Projekt durch das Kulturkomitee der Kreisverwaltung Nordland. Die künstlerische Leitung übernahm Maaretta Jaukkuri. Die Problematik von Zentrum vs. Peripherie war ein essentielles Thema. Wie könnte ein entlegenes Randgebiet einen Raum erschaffen, der öffentliche Aufmerksamkeit erhält und dadurch dazu beitragen, dass sein Gebiet durch zeitgenössische Kunst sichtbar wird? In den 1990er Jahren rief das Projekt damit einige Debatten vor Ort und in der Region hervor. Einige waren der Überzeugung, dass die Natur Nordlands keine Kunstwerke brauche. Andere waren dagegen, öffentliche Gelder für Kunst auszugeben. Ein weiteres Argument gegen den internationalen Charakter dieses Projekts war, dass Touristen doch lieber Kunst sehen wollten, die von Künstlern aus der Region erschaffen wäre.

 
 
 
Bjørn Nørgaard, The Stone Church, 1995 - Evenes Municipality - photo Vegar Moen
 

Nach Abschluss der 1. Phase umfasste das Projekt 33 Skulpturen, die auf 2 Bezirke aufgeteilt waren: 32 Skulpturen befanden sich in Nordland, 1 Skulptur in Troms. In den Jahren 2009 und 2010 kamen noch 2 weitere Werke hinzu: eines in Dønna und eines in Rødøy. All diese Werke zeigen die Entwicklung von Skulpturenkunst im Laufe der vergangenen sechs Jahrzehnte. Dies ist eine Zeitspanne, in der sich unser Verständnis davon, was ein Kunstwerk ist, geweitet hat, und den Ort, an dem das Kunstwerk steht, integriert hat. Von den 36 beteiligten Künstlern stammen letztlich 19 aus den skandinavischen Ländern, von diesen sind wiederum 7 aus Norwegen und die 17 verbleibenden stammen von überall auf der Welt. Die Idee hinter dieser Auswahl war, eine starke skandinavische und norwegische Präsenz aufzubauen, um die Kultur dieser Länder zu präsentieren, aber man wollte das Konzept auch auf die weltweite Kunstszene ausdehnen.

Gediminas Urbonas, Four Exposures, 1993 -
Saltdal Municipality - photo Werner-Zellien

Heute, da die Skulpturen ein fester Teil der örtlichen Szenerie geworden sind, betrachten die Anwohner sie als ihr Eigen. Viele Gemeinden sind sehr glücklich darüber, dass sie an dem Projekt teilgenommen haben. Manche Skulpturen sind sogar zu einem Symbol des jeweiligen Ortes geworden.

Neben anderen Aspekten stehen bei den Werken folgende Themen im Zentrum: 

Natur im Dialog mit Kultur; 

architektonische Strukturen und ihre Beziehung zur Anwesenheit der Besucher; 

der menschliche Körper in der Landschaft; 

ortsbezogene kulturelle Artefakte, die in neue Verhältnisse gesetzt werden; 

Prozesse, die sich mit Zeit beschäftigen; 

Darstellungen von kulturellen Einrichtungen (Tempel, Museen, Studios) und 

Eingriffe in die Landschaft, die das vorher übersehene entweder offensichtlich machen oder die eine Situation erschaffen, die eine dauerhafte Interaktion mit dem Standort ermöglicht. 

Ein Besuch ist klar zu empfehlen!

Weitere Informationen:

Skulpturlandskap Nordland
Norwegen
 



 
 
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